„Ja, genau da vorne in die Küche.“ Frau Meisers deutet schwach zur Küchentür und schlürft schlapp durch das Wohnzimmer. Sie lässt sich gerade seufzend auf das Sofa nieder, als sie die nächste schwere Hustenattacke schüttelt. Tief und rasselnd klingt es durch den Raum, Frau Meisers muss zwischendurch richtig angestrengt nach Luft ringen. „Das klingt nicht gut.“, meint Sarah, die der Nachbarin nur eben den Schmortopf zurückbringen wollte, den sie Sarahs Mutter ausgeliehen hatte. „Wie lange sind Sie schon krank?“, fragt sie nach. Frau Meisers zuckt mit den Schultern: „Keine Ahnung, zwei Wochen, oder so. Am Anfang war es eine ganz normale Erkältung mit Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, erst seit ein paar Tagen ist das mit dem Husten so. Ich kriege nachts kaum Schlaf.“ Wie zur Bestätigung muss sie wieder husten und hält sich die Ellenbeuge vor das Gesicht. „Vielleicht sollten Sie einfach mal zum Arzt gehen?“, fragt Sarah vorsichtig. „Pah, Ärzte! Die letzten Erfahrungen, die ich da gemacht habe, waren keine guten!“ Trotzdem Frau Meisers vorher kaum Stimme hatte, speit sie die Worte geradezu aus. Als sie Sarahs erschrockenes Gesicht sieht, sagt sie entschuldigend: „Nichts für ungut, Kleene, ich weiß, Du wirst auch mal Ärztin und ich bin mir sicher, eine richtig gute. Und zu Dir komme ich dann, versprochen!“ Sarah muss lächeln und setzt sich neben Frau Meisers. „Aber bis dahin dauert es noch etwas und wie sich das anhört, wäre es gut, wenn vorher schon jemand nach Ihnen schaut.“ Frau Meisers schaut nachdenklich zuerst Sarah und dann den Boden an, bevor sie antwortet: „Das ist nur dieser Husten, der einfach nicht besser werden will. Und hier …“, sie deutet auf das Brustbein, „… hier tut es mitunter furchtbar weh, wenn ich husten muss. Du hast nicht zufällig eine Idee, meine kleine Frau Doktor in spe, was das sein könnte?“

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Bronchitis

  • Martina Kahl-Scholz

摘要

„Ja, genau da vorne in die Küche.“ Frau Meisers deutet schwach zur Küchentür und schlürft schlapp durch das Wohnzimmer. Sie lässt sich gerade seufzend auf das Sofa nieder, als sie die nächste schwere Hustenattacke schüttelt. Tief und rasselnd klingt es durch den Raum, Frau Meisers muss zwischendurch richtig angestrengt nach Luft ringen. „Das klingt nicht gut.“, meint Sarah, die der Nachbarin nur eben den Schmortopf zurückbringen wollte, den sie Sarahs Mutter ausgeliehen hatte. „Wie lange sind Sie schon krank?“, fragt sie nach. Frau Meisers zuckt mit den Schultern: „Keine Ahnung, zwei Wochen, oder so. Am Anfang war es eine ganz normale Erkältung mit Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, erst seit ein paar Tagen ist das mit dem Husten so. Ich kriege nachts kaum Schlaf.“ Wie zur Bestätigung muss sie wieder husten und hält sich die Ellenbeuge vor das Gesicht. „Vielleicht sollten Sie einfach mal zum Arzt gehen?“, fragt Sarah vorsichtig. „Pah, Ärzte! Die letzten Erfahrungen, die ich da gemacht habe, waren keine guten!“ Trotzdem Frau Meisers vorher kaum Stimme hatte, speit sie die Worte geradezu aus. Als sie Sarahs erschrockenes Gesicht sieht, sagt sie entschuldigend: „Nichts für ungut, Kleene, ich weiß, Du wirst auch mal Ärztin und ich bin mir sicher, eine richtig gute. Und zu Dir komme ich dann, versprochen!“ Sarah muss lächeln und setzt sich neben Frau Meisers. „Aber bis dahin dauert es noch etwas und wie sich das anhört, wäre es gut, wenn vorher schon jemand nach Ihnen schaut.“ Frau Meisers schaut nachdenklich zuerst Sarah und dann den Boden an, bevor sie antwortet: „Das ist nur dieser Husten, der einfach nicht besser werden will. Und hier …“, sie deutet auf das Brustbein, „… hier tut es mitunter furchtbar weh, wenn ich husten muss. Du hast nicht zufällig eine Idee, meine kleine Frau Doktor in spe, was das sein könnte?“