„Tante Tine! Tante Tine!“, die kleine Lotte schlingt die Arme um ihre Tante und drückt sie fest. „Krawallgemüsealarm! Nicht so stürmisch!“, sagt Tina lachend und schiebt ein „Außerdem reicht Tine vollkommen.“ brummelig hinterher. Sie möchte nicht so gerne „Tante“ genannt werden. Obwohl sie gerade erst mit dem Studium angefangen hat, fühlt sie sich dann alt. Lottes Mama Diana kommt hinter ihrer Tochter zum Vorschein und drückt Tina ebenfalls herzlich. „Na, Schwesterlein, schön Dich zu sehen. Und schön zu sehen, kleine Maus“, sie wendet sich Lotte zu, „dass es Dir scheinbar doch etwas besser geht.“ Diana wendet sich an ihre Schwester: „Du musst wissen: Lotte gings in den letzten Tagen nicht so gut, sie war irgendwie schlapp und lustlos, aber einen handfesten Grund dafür gabs nicht.“ Tina hält Lotte, die sich eng an sie schmiegt, immer noch in ihren Armen. „Dabei war letzte Woche Waldwoche im Kindergarten und Lotte ist wild durch die Gegend gehüpft.“ Diana runzelt die Stirn, als sie den hochgeschobenen T-Shirt-Ärmel von Lotte sieht und eine darunterliegende Hautstelle, die auffällig rot ist. „Da hat Lotte zum ersten Mal Bekanntschaft mit einer Zecke gemacht, fiese Biester. Aber ich habe sie problemlos entfernen können. Hier am Oberarm hat sie gesessen.“ Ihr Schwester deutet auf die gerötete Hautstelle. Eine zentrale gelegene Rötung ist von einem blassem inneren Ring umgeben, auf den ein roter randständiger Kreis folgt. „Oh, das sieht aber nicht so aus, als sollte das so sein.“, meint Tina nachdenklich. „Ja, ich habe mir auch schon überlegt, dass ich morgen damit zum Kinderarzt gehe.“, entgegnet Diana, „dieser rote Rand, der weitet sich immer mehr aus. Und das finde ich irgendwie komisch. Lotte hat zwar keine Schmerzen, aber ich habe kein gutes Gefühl dabei.“ „Ich auch nicht“, stimmt ihr Tina zu. „Hältst Du mich auf dem Laufenden, wenn Du was Neues weißt?“

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Erythema migrans

  • Martina Kahl-Scholz

摘要

„Tante Tine! Tante Tine!“, die kleine Lotte schlingt die Arme um ihre Tante und drückt sie fest. „Krawallgemüsealarm! Nicht so stürmisch!“, sagt Tina lachend und schiebt ein „Außerdem reicht Tine vollkommen.“ brummelig hinterher. Sie möchte nicht so gerne „Tante“ genannt werden. Obwohl sie gerade erst mit dem Studium angefangen hat, fühlt sie sich dann alt. Lottes Mama Diana kommt hinter ihrer Tochter zum Vorschein und drückt Tina ebenfalls herzlich. „Na, Schwesterlein, schön Dich zu sehen. Und schön zu sehen, kleine Maus“, sie wendet sich Lotte zu, „dass es Dir scheinbar doch etwas besser geht.“ Diana wendet sich an ihre Schwester: „Du musst wissen: Lotte gings in den letzten Tagen nicht so gut, sie war irgendwie schlapp und lustlos, aber einen handfesten Grund dafür gabs nicht.“ Tina hält Lotte, die sich eng an sie schmiegt, immer noch in ihren Armen. „Dabei war letzte Woche Waldwoche im Kindergarten und Lotte ist wild durch die Gegend gehüpft.“ Diana runzelt die Stirn, als sie den hochgeschobenen T-Shirt-Ärmel von Lotte sieht und eine darunterliegende Hautstelle, die auffällig rot ist. „Da hat Lotte zum ersten Mal Bekanntschaft mit einer Zecke gemacht, fiese Biester. Aber ich habe sie problemlos entfernen können. Hier am Oberarm hat sie gesessen.“ Ihr Schwester deutet auf die gerötete Hautstelle. Eine zentrale gelegene Rötung ist von einem blassem inneren Ring umgeben, auf den ein roter randständiger Kreis folgt. „Oh, das sieht aber nicht so aus, als sollte das so sein.“, meint Tina nachdenklich. „Ja, ich habe mir auch schon überlegt, dass ich morgen damit zum Kinderarzt gehe.“, entgegnet Diana, „dieser rote Rand, der weitet sich immer mehr aus. Und das finde ich irgendwie komisch. Lotte hat zwar keine Schmerzen, aber ich habe kein gutes Gefühl dabei.“ „Ich auch nicht“, stimmt ihr Tina zu. „Hältst Du mich auf dem Laufenden, wenn Du was Neues weißt?“