Rosazea
摘要
„Ich finde das alles andere als schön.“, betrübt schaut Biene in den Spiegel und streicht sich über die geröteten Stellen, die sich auf den Wangen und um die Nase abzeichnen. Kleinere Pusteln sind auch zu sehen. „Ich habe das jetzt seit einigen Monaten, mal mehr, mal weniger deutlich sichtbar. Aber vor allem die Rötung wird schlimmer, wenn ich mich anstrenge, aufrege oder neulich auch beim Mongolen, als ich mal eine Sauce gewählt habe, die mit drei Chilischoten bewertet wurde. Danach sah ich aus wie ein Drache.“ Ronka blickt ihre Tante mitleidig an. Sie stehen beide in der Damentoilette des kleinen Cafés, das sich auf dem Campus befindet, und schauen in den Spiegel. Eigentlich wollten sie sich schon viel eher mal treffen. Seitdem Ronka Medizin studiert, ist sie quasi von der Arbeit ihrer Tante nur noch einen Katzensprung entfernt. Aber das neue Semester hat so turbulent angefangen, dass sie es erst jetzt geschafft haben, sich auf einen Cappuccino zu sehen. „Tut es denn weh? Oder juckt es? Ich kann Dich verstehen, aber das kann man doch überschminken.“ „Nein, das nicht, aber manchmal brennt es, vor allem, wenn die Rötung gerade stärker ist. Und sicher kann ich das überschminken, aber das ändert nichts daran, dass es da ist. Sag mal, Du studierst doch Medizin, Du hast nicht vielleicht irgendeine Idee, was das sein könnte?“ Ronka sieht zuerst sich selbst und dann ihre Tante im Spiegel an. „Du, ich bin erst am Anfang, man nennt das nicht ohne Grund Vorklinik, das Grundstudium. Über sowas reden wir noch nicht im Detail. Manche Krankheiten werden zwar schon in Physiologie oder Biochemie beschrieben, aber ich bin froh, wenn ich die Grundfunktionen verstehe …“ Sie überlegt einen Moment, dann hellt sich ihr Blick auf: „Ich habe eine gute Freundin, die schon im klinischen Teil des Studiums ist, die hatte letztes Semester Dermatologie, also Hautheilkunde, und will auch später Dermatologin werden, die frag ich mal!“