Der Status quo in vielen Schichtbetrieben ist für die Mitarbeitenden und – bei näherer Betrachtung – auch für viele Unternehmen nicht befriedigend. Veraltete und unergonomische Schichtsysteme, hohe Belastung für die Beschäftigten, wenig Freizeit und Wochenendarbeit in Vollkontisystemen führen zu hohen Kranken- und Fluktuationsquoten bei immer schwierigeren Rekrutierungsprozessen auf einem kleiner werdenden Arbeitsmarkt. Um dies zu ändern, müssen etablierte Rahmenbedingungen und Glaubenssätze hinterfragt werden. Hierzu gehört auch die Höhe der Wochenarbeitszeit. SchichtpläneSchichtplan auf Basis einer 40-Stunden-Woche sind unflexibel für Mitarbeitende und Unternehmen. Daher ist eine Absenkung der Wochenarbeitszeit eine notwendige Voraussetzung für zukunftsorientierte Schichtsysteme. Allerdings muss dies nicht gleich die 32-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich sein, die im Rahmen der aktuellen 4-Tage-Woche-Diskussion immer wieder gefordert wird. Auch mit 35 bis 36 h lassen sich flexible und mehr selbstbestimmte Arbeitszeitmodelle schaffen, die gleichzeitig wirtschaftlich und attraktiv sind. Mit steigender Automatisierung besteht sogar die Chance auf Gleitzeit im Schichtbetrieb oder gar Homeoffice-Möglichkeiten und damit eine Annäherung an die Bedingungen in administrativen Berufen. Denn auch die Überwindung der aktuellen Zweiklassengesellschaft im Hinblick auf White Collar Worker und die Deskless Workforce sind notwendige Voraussetzungen dafür, langfristig Personal für die Basic Work in der Industrie und Logistik sowie in der Pflege und im Handel gewinnen zu können.

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Innovative Arbeitszeitgestaltung in Schichtbetrieben

  • Guido Zander

摘要

Der Status quo in vielen Schichtbetrieben ist für die Mitarbeitenden und – bei näherer Betrachtung – auch für viele Unternehmen nicht befriedigend. Veraltete und unergonomische Schichtsysteme, hohe Belastung für die Beschäftigten, wenig Freizeit und Wochenendarbeit in Vollkontisystemen führen zu hohen Kranken- und Fluktuationsquoten bei immer schwierigeren Rekrutierungsprozessen auf einem kleiner werdenden Arbeitsmarkt. Um dies zu ändern, müssen etablierte Rahmenbedingungen und Glaubenssätze hinterfragt werden. Hierzu gehört auch die Höhe der Wochenarbeitszeit. SchichtpläneSchichtplan auf Basis einer 40-Stunden-Woche sind unflexibel für Mitarbeitende und Unternehmen. Daher ist eine Absenkung der Wochenarbeitszeit eine notwendige Voraussetzung für zukunftsorientierte Schichtsysteme. Allerdings muss dies nicht gleich die 32-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich sein, die im Rahmen der aktuellen 4-Tage-Woche-Diskussion immer wieder gefordert wird. Auch mit 35 bis 36 h lassen sich flexible und mehr selbstbestimmte Arbeitszeitmodelle schaffen, die gleichzeitig wirtschaftlich und attraktiv sind. Mit steigender Automatisierung besteht sogar die Chance auf Gleitzeit im Schichtbetrieb oder gar Homeoffice-Möglichkeiten und damit eine Annäherung an die Bedingungen in administrativen Berufen. Denn auch die Überwindung der aktuellen Zweiklassengesellschaft im Hinblick auf White Collar Worker und die Deskless Workforce sind notwendige Voraussetzungen dafür, langfristig Personal für die Basic Work in der Industrie und Logistik sowie in der Pflege und im Handel gewinnen zu können.