Einführung: Oniomanie – kollektives Phänomen der Postmoderne
摘要
Dieses Kapitel setzt sich mit der Konsumsucht als tief verwurzeltem Phänomen auseinander, das weit über individuelle Pathologien hinausgeht und als kollektiver Ausdruck einer konsumistischen Gesellschaft verstanden werden muss. Historische, ökonomische und gesellschaftliche Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass Konsum nicht mehr nur ein Mittel zur Bedürfnisbefriedigung ist, sondern ein zentraler Bestandteil sozialer Identitätsbildung und symbolischer Zugehörigkeit. Der Konsumismus fungiert als eine Art moderne Religion, die mit Heilsversprechen lockt, aber stattdessen oft in Abhängigkeit und Selbstentfremdung mündet. Es wird ein historischer Überblick gegeben, der zeigt, wie der Übergang von einer Bedarfsdeckung hin zu exzessivem, oft zwanghaftem Konsum erfolgte und welche Rolle Marktmechanismen, psychologische Manipulation und gesellschaftliche Normen dabei spielen.