Biology meets Culture: Soziales Lernen und soziale Normen
摘要
Soziale Lernen, also das Kopieren der Handlungen von Artgenossen, ist ein im gesamten Tierreich weit verbreiteter Verhaltensmechanismus, der letztendlich dafür verantwortlich ist, dass soziale und kulturelle Diskriminierung von Frauen in menschlichen Gesellschaften aufrechterhalten wird. Durch die Kombination der Mechanismen und Regeln des sozialen Lernens kommt es zur Entstehung kumulativer Kultur, die auch soziale Regeln beinhalten kann. Soziale Normen sind kollektive Regeln, die Verhaltenshomogenität auf Gruppenebene fördern, und auf einer verinnerlichten normativen Komponente beruhen, die ein Gefühl der Notwendigkeit mit sich bringt, und nicht auf dem reinen Kopieren der Handlungen von Artgenossen. In Bezug auf geschlechtliche Identität sind die verzweifelten Versuche der Männer, die Fortpflanzung von Frauen mit versteckter Ovulation zu kontrollieren, die einzige plausible biologische Ursache für die Existenz von sozialen Normen zur Unterdrückung von Frauen. Bei der Diskriminierung von Menschen mit diversen sexuellen Orientierungen spielen andere Ursachen und Mechanismen, wie Heteronormativität sowie bestimmte religiös motivierte Überzeugungen, die Grundlage entsprechender Normen. Die durch unsere kulturellen und religiösen Normen generierten Erwartungen und Verhaltensmuster sind also letztendlich willkürlich und flexibel und eröffnen daher auch Möglichkeiten für Änderungen der aktuellen Bedingungen.