Thomas Manns interkulturelle Textverfahren globaler Autorschaft
摘要
Gerade mit Blick auf das Globale ist die Auseinandersetzung mit Denkfiguren der Interkulturalität im Werk Thomas Manns erhellend. Es zeigt sich, dass diese sich nicht immer synchron und kongruent zu den Etappen der intellektuellen Entwicklung Thomas Manns verhalten, auch in der frühen Essayistik äußert sich mitunter Interesse für Heterogenität und Übergängigkeit, während in der späten mitunter binäre kulturelle Muster und harte Abgrenzungen auftauchen. Der Aufsatz legt, ausgehend vom breitgefächerten Untersuchungsfeld ‚Interkulturalität‘, neue Bezüge, Facetten und Tiefendimensionen offen, die nicht auf eine Revision der großen geistesgeschichtlichen Entwicklungslinien zielen, sondern das poetische Potenzial der Texte mit Blick auf globale Autorschaft ausloten. Neben einschlägigen Essays von 1911 bis 1954 wird die Tetralogie Joseph und seine Brüder analysiert.