Globalität am Nil. Thomas Manns Ägypten und die Weimarer Republik
摘要
Der Beitrag beschäftigt sich mit dem Thema ‚Globalität‘ in zweifacher Hinsicht: Zum einen wird das biblische Ägypten, von dem die Romantetralogie Joseph und seine Brüder (1933–1943) erzählt, als einer von Thomas Manns exotischen Raumentwürfen analysiert; zum anderen fungiert der Begriff ‚Globalität‘ als metasprachlicher Ausdruck für eine übernationale, universalistisch-kosmopolitische Haltung, die sich bei einigen von Manns ägyptischen Figuren zeigt und die zugleich mit nationalistischen Tendenzen in Ägypten konfligiert. Manns Ägypten-Darstellung, so die These, ist geprägt von seinen Erfahrungen mit der politischen Instabilität der Weimarer Republik. Bei dem fiktiven Ägypten der Josephsromane handelt es sich um eine narrative Transposition der Weimarer Republik an den Nil, um die Darstellung einer gespaltenen Gesellschaft, die zerrissen ist zwischen nationalistischem Bewusstsein und einer Haltung der Globalität.