Im Frühjahr 1930 tritt Thomas Mann eine Orientreise nach Ägypten und Palästina an – „die größte, bedeutendste [Reise] meines Lebens“, wie er seinem Freund Ernst Bertram mitteilt. Der Aufenthalt in Palästina, der als Studienreise für das Romanprojekt Joseph und seine Brüder angesetzt war, hat in der Forschung bisher wenig Beachtung gefunden. Dabei ist die Reise nicht nur für die Entstehung der Josephsromane von zentraler Bedeutung, sondern prägt auch maßgeblich Manns Haltung zum Zionismus. Die Eindrücke, die der Schriftsteller in Palästina sammelt, vor allem aber die Personen, mit denen er sich austauscht, festigen seine Befürwortung des geistigen Zionismus. Auf der Grundlage von Interviews, Zeitungsartikeln und Briefen wird in diesem Aufsatz erstmalig Manns Reise durch Palästina in ihren einzelnen Stationen rekonstruiert und ein Einblick in ein weitgehend unbekanntes Kapitel seines Lebens gewährt.

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Thomas Mann in Palästina. Eine Rekonstruktion und Bewertung der Reise von 1930

  • Catherine Rensmann

摘要

Im Frühjahr 1930 tritt Thomas Mann eine Orientreise nach Ägypten und Palästina an – „die größte, bedeutendste [Reise] meines Lebens“, wie er seinem Freund Ernst Bertram mitteilt. Der Aufenthalt in Palästina, der als Studienreise für das Romanprojekt Joseph und seine Brüder angesetzt war, hat in der Forschung bisher wenig Beachtung gefunden. Dabei ist die Reise nicht nur für die Entstehung der Josephsromane von zentraler Bedeutung, sondern prägt auch maßgeblich Manns Haltung zum Zionismus. Die Eindrücke, die der Schriftsteller in Palästina sammelt, vor allem aber die Personen, mit denen er sich austauscht, festigen seine Befürwortung des geistigen Zionismus. Auf der Grundlage von Interviews, Zeitungsartikeln und Briefen wird in diesem Aufsatz erstmalig Manns Reise durch Palästina in ihren einzelnen Stationen rekonstruiert und ein Einblick in ein weitgehend unbekanntes Kapitel seines Lebens gewährt.