Thomas Manns Princetoner Vorlesungen „The Art of the Novel“ / „Die Kunst des Romans“ (1940) stellen eine bisher wenig beachtete, aber bedeutende Wegmarke der Entwicklung seiner globalen Autorschaft dar. Mann betont darin die Fähigkeit des Romans, Vielfalt gleichwertig darzustellen und reflektiert zugleich kritisch über die Herausforderungen dieses Anspruchs. Der Aufsatz, der auch die bislang unveröffentlichte zweite Vorlesung in die Analyse einbezieht, vertritt die These, dass Mann die im Roman erreichten demokratischen Schreibweisen und Kompositionsverfahren auf die Literaturgeschichtsschreibung zu übertragen sucht, um etablierte Darstellungsformen nationaler Literaturgeschichten zu überschreiten und in globale Maßstäbe vorzustoßen. Büttner argumentiert, dass Manns Ansatz methodische Anregungen für heutige Bestrebungen bereit hält, globale Literaturgeschichten zu schreiben. Von der in Manns literaturgeschichtlichem Unternehmen stets mitlaufenden Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen seines Unternehmens können aktuelle literaturwissenschaftliche Debatten lernen, ohne seinem Beispiel vorbehaltlos zu folgen.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Thomas Manns Princeton Lectures „The Art of the Novel“ / „Die Kunst des Romans“ (1940). Wegbereiter einer Globalgeschichte der Literatur

  • Urs Büttner

摘要

Thomas Manns Princetoner Vorlesungen „The Art of the Novel“ / „Die Kunst des Romans“ (1940) stellen eine bisher wenig beachtete, aber bedeutende Wegmarke der Entwicklung seiner globalen Autorschaft dar. Mann betont darin die Fähigkeit des Romans, Vielfalt gleichwertig darzustellen und reflektiert zugleich kritisch über die Herausforderungen dieses Anspruchs. Der Aufsatz, der auch die bislang unveröffentlichte zweite Vorlesung in die Analyse einbezieht, vertritt die These, dass Mann die im Roman erreichten demokratischen Schreibweisen und Kompositionsverfahren auf die Literaturgeschichtsschreibung zu übertragen sucht, um etablierte Darstellungsformen nationaler Literaturgeschichten zu überschreiten und in globale Maßstäbe vorzustoßen. Büttner argumentiert, dass Manns Ansatz methodische Anregungen für heutige Bestrebungen bereit hält, globale Literaturgeschichten zu schreiben. Von der in Manns literaturgeschichtlichem Unternehmen stets mitlaufenden Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen seines Unternehmens können aktuelle literaturwissenschaftliche Debatten lernen, ohne seinem Beispiel vorbehaltlos zu folgen.