Die Gifte der Hautflügler sind komplexe Gemische aus verschiedenen organischen Verbindungen, Proteinen und Peptiden, die lokale Schmerzen, Entzündungen, Juckreiz, Reizungen und mäßige bis schwere allergische Reaktionen hervorrufen können. Von allen Giften ist das der Honigbiene Apis mellifera am besten erforscht. Es ist reich an Enzymen und Peptiden, aber auch an Histamin, Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Polyaminen. Bei den Enzymen sind Phospholipase A2 (verantwortlich für den Abbau von Membranphospholipiden), Hyaluronidase (Abbau der in der interzellulären Matrix enthaltenen Hyaluronsäure), saure Phosphatase (Abspaltung der Phosphatgruppe von organischen Phosphaten) usw. zu nennen. Bekannt bei den Peptiden sind Melittin (lytisches Polypeptid), Apamin (neurotoxisches Peptid) und Mastzell-degranulierendes Peptid (MCD). Bei den Bienengiftenzymen handelt es sich um Proteine mit einer Molekularmasse zwischen 15,0 und 50,0 kDa. Phospholipase A2 (15,0–16,0 kDa) stellt mit etwa 12 % den größten Anteil. Neben der Verursachung von Ödemen wirkt es auch kardiotoxisch, neurotoxisch, myotoxisch, gerinnungshemmend usw. und ist ein starkes Allergen. Phospholipase baut die Phospholipide der Zellmembranen zu Lysophospholipiden und langkettigen Fettsäuren ab, wodurch Poren in der Zellmembran entstehen und so die Zelle zerstört wird. In zahlreichen Studien wurde eine synergistische Reaktion zwischen Phospholipase A2 und Melittin (siehe unten) nachgewiesen. Resultat ist eine Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen). Hyaluronidase ist ein Enzym, das für den Abbau von Hyaluronsäure und Chondroitinsulfat verantwortlich ist, Substanzen, die im Bindegewebe und im Interzellulargewebe vorkommen. Hyaluronidase macht die Umgebung des stichverletzten Gewebes schwammiger und leichter zugänglich für das Gift. Es wird deshalb auch als „Giftverteilungsfaktor“ bezeichnet. Das Molekulargewicht reicht von 30,0–60,0 kDa. Die saure Phosphatase oder Phosphomonoesterase macht etwa 1 % der Trockensubstanz des Bienengifts aus. Sie entfernt Phosphatgruppen aus verschiedenen organischen Substraten und ist bei niedrigen (sauren) pH-Werten aktiv. Weitere Enzyme, die im Bienengift sowie in den Giften anderer Hymenopteren gefunden werden, sind alpha-Glycosidase (0,6 % des Trockengewichts), Lysophospholipase, verschiedene Esterasen, Lipasen usw. Es wird angenommen, dass Lipasen an den Prozessen der Zelllyse (Zerfall einer Zelle) beteiligt sind. Die Gifte von Hautflüglern enthalten auch Proteasen. Man vermutet, dass sie eine moderate Nekrose verursachen. Am besten untersucht ist die für einige schwere allergische Reaktionen verantwortliche Protease der Hummel (Bombus). Diese entstehen durch die Interaktion von Mastzellen mit Immunglobulin E (IgE). Es wird eine Kaskade von Mediatoren ausgelöst, darunter Histamin, Leukotriene, plättchenaktivierende Faktoren, Enzyme, Peptide usw., welche eine dauerhafte lokale Entzündung hervorrufen. In seltenen Fällen kann diese Reaktion zu einer kardiorespiratorischen Depression, einem systemischen anaphylaktischen Schock und zum Tod führen. In den meisten Fällen verläuft der Stich von Vertretern der Hymenoptera mild. Im typischen Fall wird er von Schmerzen, lokalen Entzündungen und Juckreiz begleitet, die nach einigen Stunden abklingen.

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Was enthalten die Gifte der Hautflügler?

  • Ivan G. Ivanov

摘要

Die Gifte der Hautflügler sind komplexe Gemische aus verschiedenen organischen Verbindungen, Proteinen und Peptiden, die lokale Schmerzen, Entzündungen, Juckreiz, Reizungen und mäßige bis schwere allergische Reaktionen hervorrufen können. Von allen Giften ist das der Honigbiene Apis mellifera am besten erforscht. Es ist reich an Enzymen und Peptiden, aber auch an Histamin, Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Polyaminen. Bei den Enzymen sind Phospholipase A2 (verantwortlich für den Abbau von Membranphospholipiden), Hyaluronidase (Abbau der in der interzellulären Matrix enthaltenen Hyaluronsäure), saure Phosphatase (Abspaltung der Phosphatgruppe von organischen Phosphaten) usw. zu nennen. Bekannt bei den Peptiden sind Melittin (lytisches Polypeptid), Apamin (neurotoxisches Peptid) und Mastzell-degranulierendes Peptid (MCD). Bei den Bienengiftenzymen handelt es sich um Proteine mit einer Molekularmasse zwischen 15,0 und 50,0 kDa. Phospholipase A2 (15,0–16,0 kDa) stellt mit etwa 12 % den größten Anteil. Neben der Verursachung von Ödemen wirkt es auch kardiotoxisch, neurotoxisch, myotoxisch, gerinnungshemmend usw. und ist ein starkes Allergen. Phospholipase baut die Phospholipide der Zellmembranen zu Lysophospholipiden und langkettigen Fettsäuren ab, wodurch Poren in der Zellmembran entstehen und so die Zelle zerstört wird. In zahlreichen Studien wurde eine synergistische Reaktion zwischen Phospholipase A2 und Melittin (siehe unten) nachgewiesen. Resultat ist eine Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen). Hyaluronidase ist ein Enzym, das für den Abbau von Hyaluronsäure und Chondroitinsulfat verantwortlich ist, Substanzen, die im Bindegewebe und im Interzellulargewebe vorkommen. Hyaluronidase macht die Umgebung des stichverletzten Gewebes schwammiger und leichter zugänglich für das Gift. Es wird deshalb auch als „Giftverteilungsfaktor“ bezeichnet. Das Molekulargewicht reicht von 30,0–60,0 kDa. Die saure Phosphatase oder Phosphomonoesterase macht etwa 1 % der Trockensubstanz des Bienengifts aus. Sie entfernt Phosphatgruppen aus verschiedenen organischen Substraten und ist bei niedrigen (sauren) pH-Werten aktiv. Weitere Enzyme, die im Bienengift sowie in den Giften anderer Hymenopteren gefunden werden, sind alpha-Glycosidase (0,6 % des Trockengewichts), Lysophospholipase, verschiedene Esterasen, Lipasen usw. Es wird angenommen, dass Lipasen an den Prozessen der Zelllyse (Zerfall einer Zelle) beteiligt sind. Die Gifte von Hautflüglern enthalten auch Proteasen. Man vermutet, dass sie eine moderate Nekrose verursachen. Am besten untersucht ist die für einige schwere allergische Reaktionen verantwortliche Protease der Hummel (Bombus). Diese entstehen durch die Interaktion von Mastzellen mit Immunglobulin E (IgE). Es wird eine Kaskade von Mediatoren ausgelöst, darunter Histamin, Leukotriene, plättchenaktivierende Faktoren, Enzyme, Peptide usw., welche eine dauerhafte lokale Entzündung hervorrufen. In seltenen Fällen kann diese Reaktion zu einer kardiorespiratorischen Depression, einem systemischen anaphylaktischen Schock und zum Tod führen. In den meisten Fällen verläuft der Stich von Vertretern der Hymenoptera mild. Im typischen Fall wird er von Schmerzen, lokalen Entzündungen und Juckreiz begleitet, die nach einigen Stunden abklingen.