Moleküle und Gerüche
摘要
Die Frage „Was bestimmt den Geruch einer chemischen Verbindung?“ fasziniert Wissenschaftler seit langem. Eine endgültige Antwort gibt es bis heute aber nicht. Die rasante Entwicklung der organischen Chemie Ende des 19. Jahrhunderts und der Wunsch der Chemiker, neue aromatische Verbindungen für die Parfümindustrie zu synthetisieren, führten zur ersten Hypothese über Gerüche. Diese wurde von dem holländischen Physiologen Hendrik Zwaardemaker (1857–1930) aufgestellt und entstand 1876 unter dem Einfluss der „Chromophorentheorie“ von Otto Nikolaus Witt. Diese besagt, dass die Farbe organischer Verbindungen von funktionellen Gruppen, den sogenannten Chromophoren, bestimmt wird. In Analogie dazu nahm Zwaardemaker 1895 an, dass der Geruch chemischer Verbindungen auf ähnliche Gruppen zurückzuführen sei, die er „Osmophoren“ (von οσμή, osme, gr. – Geruch, und φέρω, fero, gr. – bringen) nannte. Seine Hypothese wurde daher als „osmophorisch“ bezeichnet. Nach Zwaardemaker, dessen Theorie 1920 heftig kritisiert und verworfen wurde, sind osmophore Gruppen -COOH, -COOR, -CHO, >C=O, -OH und -NO2. In der Mitte des 20. Jahrhunderts kamen neue Hypothesen hinzu und gegen Ende des Jahrhunderts gab es davon über 40. Die große Anzahl von Hypothesen zu einem wissenschaftlichen Problem ist erstens ein Hinweis auf das Interesse der Öffentlichkeit daran und zweitens auf seine Komplexität. Nach den bisherigen Erfahrungen sind es vor allem organische Verbindungen, die riechen, aber auch anorganische Stoffe wie die Halogenelemente Fluor, Chlor, Brom und Jod. Auch Ozon, Phosphor, Arsen, Schwefel, Selen und einige ihrer Verbindungen riechen.