Dieser Beitrag behandelt die feministische Standpunkttheorie und verfolgt ihre historischen Wurzeln von Hegels Herr-Knecht-Dialektik bis zu ihrer Entwicklung innerhalb des feministischen Marxismus, insbesondere durch die Arbeit von Nancy Hartsock. Feministische Standpunkttheorien gehen wie alle Standpunkttheorien davon aus, dass Wissen sozial situiert ist und dass marginalisierte Akteure bezüglich des Wissens über Herrschaftsverhältnisse epistemisch privilegiert sind. Im Anschluss an den Marxismus definiert Hartsock einen Standpunkt als kollektives Bewusstsein, das durch politischen Kampf erreicht wird und an die Position derjenigen gebunden ist, die einen sozialen Wandel anstreben. Wie auch andere feministische Marxist*innen kritisiert Hartsock allerdings den marxistischen Fokus auf das (männliche) Proletariat und argumentiert stattdessen, dass der Standpunkt des (weiblichen) Arbeitssubjekts, das die Subsistenzarbeit verrichtet, das zentrale Wissen und emanzipatorische Potenzial zur Überwindung der kapitalistischen Herrschaftsverhältnisse birgt. Diese These der feministischen Standpunkttheorie wird in dem Beitrag anhand einer Analogie zu Hegels Herr-Knecht-Dialektik unterstrichen.

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Feministische Standpunkttheorie

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Dieser Beitrag behandelt die feministische Standpunkttheorie und verfolgt ihre historischen Wurzeln von Hegels Herr-Knecht-Dialektik bis zu ihrer Entwicklung innerhalb des feministischen Marxismus, insbesondere durch die Arbeit von Nancy Hartsock. Feministische Standpunkttheorien gehen wie alle Standpunkttheorien davon aus, dass Wissen sozial situiert ist und dass marginalisierte Akteure bezüglich des Wissens über Herrschaftsverhältnisse epistemisch privilegiert sind. Im Anschluss an den Marxismus definiert Hartsock einen Standpunkt als kollektives Bewusstsein, das durch politischen Kampf erreicht wird und an die Position derjenigen gebunden ist, die einen sozialen Wandel anstreben. Wie auch andere feministische Marxist*innen kritisiert Hartsock allerdings den marxistischen Fokus auf das (männliche) Proletariat und argumentiert stattdessen, dass der Standpunkt des (weiblichen) Arbeitssubjekts, das die Subsistenzarbeit verrichtet, das zentrale Wissen und emanzipatorische Potenzial zur Überwindung der kapitalistischen Herrschaftsverhältnisse birgt. Diese These der feministischen Standpunkttheorie wird in dem Beitrag anhand einer Analogie zu Hegels Herr-Knecht-Dialektik unterstrichen.