Obwohl Prävention und Pflege im deutschsprachigen Raum vielfach immer noch als widerstrebende Konzepte wahrgenommen werden, ist Prävention dennoch ein zentrales Thema der Pflege. So bieten sich weitreichende Potenziale in einer stärkeren Vernetzung von Pflege und Public Health durch die Integration und Umsetzung präventiver Aufgaben innerhalb von Pflegeleitbildern. Die zunehmenden Möglichkeiten interoperabler Pflegetechnologien können eine solche integrierte Versorgung unterstützen. Trotzdem spielen Prävention und Gesundheitsförderung innerhalb der in Deutschland über das Sozialgesetzbuch definierten Pflege – im Gegensatz zum internationalen Verständnis von ‚Nursing‘ – noch immer eine untergeordnete Rolle. Behindert wurde eine Erweiterung der Pflegerolle entsprechend dem Public Health Nursing bislang in vielen Fällen durch die deutsche Sozialgesetzgebung. Diese weist der Pflege zwar einen eigenen Raum zu, stellt ihn aber zugleich in einen Gegensatz zu Prävention und Rehabilitation. Interventionen mit dem Ziel von Prävention und Gesundheitsförderung sind daher – zwar selten, aber eher – von intrinsischer Motivation der Pflegenden geprägt, anstatt selbstverständlich zu sein. Demnach wird ihr Potenzial oftmals nicht einmal ansatzweise genutzt. Dies führt zu verpassten Möglichkeiten, welche für die Pflegebedürftigen mehr Lebensqualität und für die beruflich Pflegenden eine attraktive Erweiterung ihres Arbeitsspektrums bedeuten können. Bislang fehlt außerdem die Ausgestaltung konkreter Anwendungsfälle von Prävention im Sinne der Gesundheitspflege als Teil einer pflegerischen Regelversorgung. Damit könnten sowohl die Verstetigung laufender Projekte als auch eine konstruktive interprofessionelle Zusammenarbeit dauerhaft gestützt werden. Der vorliegende Beitrag befasst sich daher mit dem Anwendungsbeispiel einer digital gestützten und präventiv ansetzenden Versorgung von sozial isolierten älteren Personen innerhalb ihres sozialräumlichen Lebensumfelds. Mit Community Health Nursing werden die Relevanz und Möglichkeiten eines seit 2021 gesetzlich verankerten Berufsbildes am Übergang zwischen Pflege und Public Health in diesem Kontext betrachtet.

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Pflegetechnologien praxisnah integrieren: Community Health Nursing für sozial isolierte und von Vereinsamung bedrohte älter werdende Menschen

  • Johanna Aigner,
  • Anna-Marie Amthor,
  • Florian Fischer

摘要

Obwohl Prävention und Pflege im deutschsprachigen Raum vielfach immer noch als widerstrebende Konzepte wahrgenommen werden, ist Prävention dennoch ein zentrales Thema der Pflege. So bieten sich weitreichende Potenziale in einer stärkeren Vernetzung von Pflege und Public Health durch die Integration und Umsetzung präventiver Aufgaben innerhalb von Pflegeleitbildern. Die zunehmenden Möglichkeiten interoperabler Pflegetechnologien können eine solche integrierte Versorgung unterstützen. Trotzdem spielen Prävention und Gesundheitsförderung innerhalb der in Deutschland über das Sozialgesetzbuch definierten Pflege – im Gegensatz zum internationalen Verständnis von ‚Nursing‘ – noch immer eine untergeordnete Rolle. Behindert wurde eine Erweiterung der Pflegerolle entsprechend dem Public Health Nursing bislang in vielen Fällen durch die deutsche Sozialgesetzgebung. Diese weist der Pflege zwar einen eigenen Raum zu, stellt ihn aber zugleich in einen Gegensatz zu Prävention und Rehabilitation. Interventionen mit dem Ziel von Prävention und Gesundheitsförderung sind daher – zwar selten, aber eher – von intrinsischer Motivation der Pflegenden geprägt, anstatt selbstverständlich zu sein. Demnach wird ihr Potenzial oftmals nicht einmal ansatzweise genutzt. Dies führt zu verpassten Möglichkeiten, welche für die Pflegebedürftigen mehr Lebensqualität und für die beruflich Pflegenden eine attraktive Erweiterung ihres Arbeitsspektrums bedeuten können. Bislang fehlt außerdem die Ausgestaltung konkreter Anwendungsfälle von Prävention im Sinne der Gesundheitspflege als Teil einer pflegerischen Regelversorgung. Damit könnten sowohl die Verstetigung laufender Projekte als auch eine konstruktive interprofessionelle Zusammenarbeit dauerhaft gestützt werden. Der vorliegende Beitrag befasst sich daher mit dem Anwendungsbeispiel einer digital gestützten und präventiv ansetzenden Versorgung von sozial isolierten älteren Personen innerhalb ihres sozialräumlichen Lebensumfelds. Mit Community Health Nursing werden die Relevanz und Möglichkeiten eines seit 2021 gesetzlich verankerten Berufsbildes am Übergang zwischen Pflege und Public Health in diesem Kontext betrachtet.