„Kommt der Literaturwissenschaft ihr Gegenstand abhanden?“ Unter dieser von Wilfried Barner angeregten Fragestellung haben von 1997 bis 1999 zahlreiche Kolleginnen und Kollegen unter anderem über den ästhetischen Gegenstand und die Literarizität der Literatur diskutiert. Die Debatte hat zu einem Meinungsaustausch, aber keinem Ergebnis geführt – wie sollte sie auch? Übrigens auch nicht zu einem Konsens, wie sich angemessen über eine solche Frage diskutieren ließe. Doch anstatt an diese Debatte anzuknüpfen, wollen wir im Folgenden untersuchen, wie sich vom Beginn der akademischen Literaturwissenschaft bis etwa zu den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts, in einer sehr dynamischen Phase von poetischer Theoriebildung also, der ästhetische Gegenstand der Literatur in der Theorie veränderte – mit einschneidenden Folgen für die methodische Praxis des Fachs.

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Poetik, Ästhetik und Literaturwissenschaft zwischen 1890 und 1920

  • Hans-Harald Müller,
  • Myriam Isabell Richter

摘要

„Kommt der Literaturwissenschaft ihr Gegenstand abhanden?“ Unter dieser von Wilfried Barner angeregten Fragestellung haben von 1997 bis 1999 zahlreiche Kolleginnen und Kollegen unter anderem über den ästhetischen Gegenstand und die Literarizität der Literatur diskutiert. Die Debatte hat zu einem Meinungsaustausch, aber keinem Ergebnis geführt – wie sollte sie auch? Übrigens auch nicht zu einem Konsens, wie sich angemessen über eine solche Frage diskutieren ließe. Doch anstatt an diese Debatte anzuknüpfen, wollen wir im Folgenden untersuchen, wie sich vom Beginn der akademischen Literaturwissenschaft bis etwa zu den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts, in einer sehr dynamischen Phase von poetischer Theoriebildung also, der ästhetische Gegenstand der Literatur in der Theorie veränderte – mit einschneidenden Folgen für die methodische Praxis des Fachs.