Medikationsprozess und besondere Risikokonstellationen in Einrichtungen der Langzeitpflege
摘要
Bewohner:innen in Einrichtungen der Langzeitpflege sind in vielerlei Hinsicht einem besonders hohen Risiko von Medikationsfehlern und unerwünschten arzneimittelbezogenen Effekten ausgesetzt. Aufgrund ihres hohen Lebensalters, der Multimorbidität mit Polypharmakotherapie und der meist stark eingeschränkten Alltagskompetenz sind sie vollständig auf das betreuende Pflegepersonal, Ärzt:innen und Apotheker:innen und ggf. Angehörige bzw. Betreuende angewiesen. Der Medikationsprozess in der Einrichtung ist hochkomplex, Pflegefachkräfte sind vor Ort für alle Abläufe zuständig und betreuende Hausärzt:innen oftmals schwer erreichbar. Heimversorgenden Apotheken obliegt eine Beratungspflicht, zahlreiche internationale Studien weisen darauf hin, dass Medikationsreviews durch Apotheker:innen die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) verbessern kann. Es gibt weitere Vorschläge zur Optimierung der AMTS in Alten- und Pflegeheimen, die jedoch mangels personeller Ressourcen nur begrenzt zum Einsatz kommen. Digitale Lösungen sind noch nicht verbreitet.