Arzneimittelanamnese und Medication Reconciliation
摘要
Bei einem Wechsel zwischen den Versorgungssektoren kommt es nicht selten zu gewollten und ungewollten Diskrepanzen zwischen der häuslichen Medikation und der stationär verordneten Medikation eines Patienten. Insbesondere die ungewollten Diskrepanzen erhöhen das Risiko für vermeidbare unerwünschte Arzneimittelwirkungen und müssen daher verhindert werden. Medication Reconciliation hat sich als ein geeignetes Verfahren erwiesen, mit dem sich Diskrepanzen zwischen der ambulanten und der stationären Arzneimitteltherapie aufdecken und reduzieren lassen. Die bestmögliche Arzneimittelanamnese ist eine systematisch erhobene Arzneimittelanamnese und das Herzstück des Medication-Reconciliation-Prozesses. Sie zielt darauf ab, alle vom Patienten aktuell angewendeten Präparate zu erfassen, unabhängig davon, ob es sich bei diesen um Arzneimittel (verschreibungspflichtige Arzneimittel oder OTC-Produkte (OTC: Over the Counter), pflanzliche Arzneimittel), Medizinprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, pflanzliche Mittel) handelt. Auch wenn durch Medication Reconciliation Diskrepanzen zuverlässig aufgedeckt werden können, so konnte bisher kein Einfluss von Medication Reconciliation auf harte klinische Endpunkte wie vermeidbare unerwünschte Arzneimittelwirkungen, Mortalität oder ungeplante Wiedereinweisungen gezeigt werden. Somit bleibt der tatsächliche Nutzen einer isolierten Medication Reconciliation ohne weiterführenden Medikationscheck mit einer Lösung von arzneimittelbezogenen Problemen für den Patienten unklar.