Der medizinische Alltag ist äußerst abwechslungsreich – was unser Berufsbild auch einmalig, zeitlos und attraktiv macht. Einige Tätigkeiten sind subjektiv befriedigend, machen den Untersuchenden Spaß und bringen Patientinnen und Patienten direkten Mehrwert. Ein Beispiel ist in der Radiologie die Beurteilung von komplexen abdominellen Bildgebungsdaten, die oftmals ein „intellektuelles Puzzle“ darstellen, oder die Durchführung von komplexen endoskopischen Eingriffen. Andere Tätigkeiten sind mit der Zeit eintönig, müssen erledigt werden, aber sind repetitiv und werden von Ärztinnen und Ärzten gelegentlich nur ungern durchgeführt. Beispiele sind in der Radiologie die Befundung von Röntgen-Thorax-Aufnahmen oder in der Endoskopie die händische Durchsicht eines stundenlangen Videos einer Kapsel-Endoskopie. Wieder andere Tätigkeiten sind von Anfang an mit wenig direktem Mehrwert behaftet, aber müssen aus verschiedenen Gründen dennoch durchgeführt werden. Beispiele sind das händische Übertragen der Medikamentenanordnungen eines Patienten von einem papierbasierten Medikationsplan in das Computersystem eines Krankenhauses, oder die Durchsicht von Patientenakten nach suboptimaler „Kodierung“ der abrechnungsfähigen Codes. Aus ärztlicher Sicht wäre der Einsatz von KI für die dritte Kategorie (unliebsame Tätigkeiten mit wenig direktem Mehrwert für einzelne Patientinnen und Patienten) die Idealvorstellung, wohingegen die autonome Durchführung von Tätigkeiten der ersten Kategorie durch KI keine hohe Priorität hat. Dies verdeutlicht, dass wir Ärztinnen und Ärzte mitreden sollten, wenn es um die Implementierung von KI im medizinischen Alltag geht (Abb. 4.1).

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Grundlagen der Anwendung von KI in der Medizin

  • Jakob Nikolas Kather

摘要

Der medizinische Alltag ist äußerst abwechslungsreich – was unser Berufsbild auch einmalig, zeitlos und attraktiv macht. Einige Tätigkeiten sind subjektiv befriedigend, machen den Untersuchenden Spaß und bringen Patientinnen und Patienten direkten Mehrwert. Ein Beispiel ist in der Radiologie die Beurteilung von komplexen abdominellen Bildgebungsdaten, die oftmals ein „intellektuelles Puzzle“ darstellen, oder die Durchführung von komplexen endoskopischen Eingriffen. Andere Tätigkeiten sind mit der Zeit eintönig, müssen erledigt werden, aber sind repetitiv und werden von Ärztinnen und Ärzten gelegentlich nur ungern durchgeführt. Beispiele sind in der Radiologie die Befundung von Röntgen-Thorax-Aufnahmen oder in der Endoskopie die händische Durchsicht eines stundenlangen Videos einer Kapsel-Endoskopie. Wieder andere Tätigkeiten sind von Anfang an mit wenig direktem Mehrwert behaftet, aber müssen aus verschiedenen Gründen dennoch durchgeführt werden. Beispiele sind das händische Übertragen der Medikamentenanordnungen eines Patienten von einem papierbasierten Medikationsplan in das Computersystem eines Krankenhauses, oder die Durchsicht von Patientenakten nach suboptimaler „Kodierung“ der abrechnungsfähigen Codes. Aus ärztlicher Sicht wäre der Einsatz von KI für die dritte Kategorie (unliebsame Tätigkeiten mit wenig direktem Mehrwert für einzelne Patientinnen und Patienten) die Idealvorstellung, wohingegen die autonome Durchführung von Tätigkeiten der ersten Kategorie durch KI keine hohe Priorität hat. Dies verdeutlicht, dass wir Ärztinnen und Ärzte mitreden sollten, wenn es um die Implementierung von KI im medizinischen Alltag geht (Abb. 4.1).