Im April 1946 kam Jandl heim nach Wien. Er fand Unterkunft in der neuen Familie seines Vaters und inskribierte an der Universität Deutsch und Englisch für das Lehrfach. 1947 verlobte er sich mit Roswitha Birti, einer Studienkollegin aus einer Militäradelsfamilie. Wie schon sein Vater, der Sohn eines Buchbindergesellen, heiratete er sozial „hinauf“. Nach dramatischen Beziehungskrisen und seiner Lehramtsprüfung kam es am 1. August 1949 zur kirchlichen Vermählung. 1950 hielt er eine Rede über Carl Sandburg beim Salzburg-Seminar in Leopoldskron und promovierte mit einer Dissertation über Schnitzler-Novellen zum Dr. phil. 1951 trat er der Sozialistischen Partei (SPÖ) bei. Jandls Lehrerkollege Friedrich Polakovics brachte als Redakteur erstmals im März 1952 konventionelle Jandl-Texte in der in Wiener Schulen verbreiteten Zeitschrift neue wege unter, weitere verbreitete der Dichterfreund Andreas Okopenko in seinen publikationen. Das gemeinsame Wohnen mit Frau und Schwiegermutter in deren Wohnung wurde für Ernst unerträglich. Auch ein Schuljahr 1952/53 an getrennten Orten in England als Austauschlehrer konnte die Ehe nicht retten. Jandl schrieb in London laufend Gedichte und kam in Kontakt mit Emigranten aus Österreich: Erich Fried, H. G. Adler, Ernst Gombrich.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Kapitel 2: Trümmerlyrik, Trümmerehe

  • Hans Haider

摘要

Im April 1946 kam Jandl heim nach Wien. Er fand Unterkunft in der neuen Familie seines Vaters und inskribierte an der Universität Deutsch und Englisch für das Lehrfach. 1947 verlobte er sich mit Roswitha Birti, einer Studienkollegin aus einer Militäradelsfamilie. Wie schon sein Vater, der Sohn eines Buchbindergesellen, heiratete er sozial „hinauf“. Nach dramatischen Beziehungskrisen und seiner Lehramtsprüfung kam es am 1. August 1949 zur kirchlichen Vermählung. 1950 hielt er eine Rede über Carl Sandburg beim Salzburg-Seminar in Leopoldskron und promovierte mit einer Dissertation über Schnitzler-Novellen zum Dr. phil. 1951 trat er der Sozialistischen Partei (SPÖ) bei. Jandls Lehrerkollege Friedrich Polakovics brachte als Redakteur erstmals im März 1952 konventionelle Jandl-Texte in der in Wiener Schulen verbreiteten Zeitschrift neue wege unter, weitere verbreitete der Dichterfreund Andreas Okopenko in seinen publikationen. Das gemeinsame Wohnen mit Frau und Schwiegermutter in deren Wohnung wurde für Ernst unerträglich. Auch ein Schuljahr 1952/53 an getrennten Orten in England als Austauschlehrer konnte die Ehe nicht retten. Jandl schrieb in London laufend Gedichte und kam in Kontakt mit Emigranten aus Österreich: Erich Fried, H. G. Adler, Ernst Gombrich.