Kapitel 10: Auf dem Weg zurück: Dialekt-Poesie mit Ziehharmonika
摘要
Mitte August 1991 gelang es Jandl, „einen motor anzuwerfen, der für eine gewisse zeit eine kontinuierlich rapide gedichtproduktion ermöglichte“; er nannte ihn Stanzen, es waren „Gschdanzln“ im Kunstdialekt, manche englisch. Sie wurden auch in Deutschland und in der Schweiz gut aufgenommen. Mit dem Akkordeonspieler Erich Meixner und den Stanzen ging Jandl auf Tourneen. Der Luchterhand Verlag übersiedelte mehrmals und wechselte die Besitzer. Im Konflikt um einen Autorenrat stellte sich Jandl gegen Günter Grass. Wieder bekam er hohe Auszeichnungen: In Potsdam den Kleist-Preis, ihm zugesprochen vom Alleinjuror Ulrich Weinzierl, und in Bad Godesberg den Hölderlin-Preis. In Wien wurde er zum Präsidenten der aus der deutschen Linken besetzten Erich-Fried-Gesellschaft gewählt. Für den Beitritt Österreichs zur EU 1994 engagierte er sich mit einer Künstler-Aktion. Ein Fest mit Künstler-Freunden wurde zu Jandls 70. Geburtstag in Mürzzuschlag (Steiermark) ausgerichtet. Seit 2001 wird dort im Zweijahresrhythmus der von der Republik Österreich gestiftete „Ernst-Jandl-Lyrikpreis“ überreicht.