Pop als Form im literarischen Herkunftsdiskurs. Hendrik Bolz’ Nullerjahre. Jugend in blühenden Landschaften und die Probleme der Popliteratur
摘要
Der Beitrag beschreibt Hendrik Bolz’ Text Nullerjahre (2022) als Versuch, Formen des Popromans, wie er in der deutschsprachigen Literatur der ausgehenden 1990er-Jahre von großer Bedeutung war, mit der literarischen Suche nach der eigenen sozialen Herkunft zu verbinden, wie sie typisch für literarische Texte der 2020er-Jahre ist. Bolz’ Text bezieht sich sehr deutlich auf die sozialen und politischen Probleme der Nachwendezeit in Nordostdeutschland. Damit verleiht er den von ihm genutzten popkulturellen Verfahren eine referentielle Funktion, die die Zeichentheorie des Pop eigentlich ausschließt. Der Beitrag schließt daher mit einem Plädoyer, Popliteratur als ein durch ein Set an literarischen Formen bestimmtes Genre zu begreifen und weniger als eine sich an einer popkulturellen Zeichentheorie orientierenden ästhetischen Praxis.