DDR-Literatur in der Differenz – zwischen Einheit und Widerspruch
摘要
Nach den Jahren intensiver Auseinandersetzung mit DDR-Literatur ist es missverständlich nur einen Begriff für diese Literatur annehmen zu wollen. Die DDR-Literatur war im steten Wechsel von Zentren zu Peripherien Veränderungen und Strömungen unterworfen, weshalb es sich verbietet, ein homogenes System zu entwerfen. Gleichzeitig ist es nicht möglich, die literarischen Texte des Landes auf einen bloßen Reflex des politischen Systems zu reduzieren und somit die Literatur als gleichgeschaltet und verordnet zu definieren. Somit dient der Begriff der DDR-Literatur als Orientierungsvokabel. Er bezeichnet sowohl die in der DDR geschriebenen Texte als auch Texte von Autorinnen und Autoren, die das Land verlassen mussten bzw. bewusst verlassen haben, jedoch weiter mit der Heimat, den Gegenständen und den Menschen vertraut blieben. Immer wiederkehrende Formeln wie Ersatzfunktion, Ersatzmedium und Ersatzöffentlichkeit, die zu einer Mythenbildung der Literatur geführt haben, müssen im Spannungsfeld zwischen aktivierendem Appell und einer nicht vorhandenen Öffentlichkeit hinterfragt werden.