Gespräche über Bäume – oder die Schwierigkeit der schönen Form in finsteren Zeiten
摘要
Nach 1945 steht die Literatur unter massivem Rechtfertigungsdruck. Davon zeugen Dikta wie das von Adorno zur Unmöglichkeit von ‚Lyrik nach Auschwitz‘ und Brechts Verse über das Verbrechen eines ‚Gesprächs über Bäume‘. Anhand der Metapher vom ‚Gespräch über Bäume‘, die sich im Rahmen der Engagement-Debatte zur Chiffre für Fragen nach Weltbezug, Rolle und Verantwortung der Literatur verdichtet, wird der gravierende Bruch zwischen Form und Inhalt, Schönheit und Botschaft, Autonomie und Engagement nachvollzogen, der sich durch die Epoche zieht. Dabei werden insbesondere die Auswege Adornos und Arendts aus diesem Grabenkampf diskutiert, die auf sehr verschiedene Weisen gerade in der Form eine Möglichkeit für die Literatur sehen, nach dem Zivilisationsbruch fortzubestehen und zu wirken.