Wolfgang[aut]Artaud, Antonin Rihms Beschäftigung mit Antonin Artaud[aut]Artaud, Antonin begann mit dem »Poème dansé« TutuguriTutuguri (1980–1982) und hat einen größeren Gesamtkomplex hervorgebracht, der neben Die Eroberung von MexicoDie Eroberung von Mexico (1987–1991) und dem »Versuch eines Theaters« SéraphinSéraphin (1. Zustand 1993/94, 2. Zustand 1996) laut Skizzen auch eine Missa Artaud[aut]Artaud, Antonin einschließen sollte. Mit dem Artaud[aut]Artaud, Antonin-Konvolut, für das Rihm außerdem auch Rimbaud-Texte berücksichtigte, verband sich der Plan eines das Körpertheater von Artaud[aut]Artaud, Antonin erfassenden und transformierenden Musiktheaters. Von Anfang an hat Rihm bei seiner Auseinandersetzung mit Artaud[aut]Artaud, Antonin mimische, pantomimische, gestische, choreographische und theatrale Aspekte vorgesehen, um dessen »Théâtre de la cruauté« nahezukommen. So finden sich schon in den Entwürfen immer wieder szenische Hinweise, die sich wie Regieanweisungen zu einem Theatertext lesen, der so vollkommen verkörpert werden soll, dass er sich in reiner Bewegung auflöst oder zum Schrei wird. In seinen drei großen Artaud[aut]Artaud, Antonin-Werken hat Rihm dies auf unterschiedliche Weise realisiert: erstens im weitgehend textfreien, asemantischen Ballett TutuguriTutuguri, in dem sich die Konzeption Artauds[aut]Artaud, Antonin im musikalischen Ritus und in der Bewegung verkörpert; zweitens in der an sich selbst erstickenden Figur des »schreienden Mannes« in Die Eroberung von Mexico;Die Eroberung von Mexico und drittens im absoluten Musiktheater SéraphinSéraphin, wo er den Text ganz in die musikalische Szene zurückgedrängt und schließlich in ihr zum Verschwinden gebracht hat, sodass der Regisseur die Szene gleichsam rein aus der Musik heraus erfinden muss.

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Die Artaud-Trilogie und die Theaterpoetik von Antonin Artaud

  • Martin Zenck

摘要

Wolfgang[aut]Artaud, Antonin Rihms Beschäftigung mit Antonin Artaud[aut]Artaud, Antonin begann mit dem »Poème dansé« TutuguriTutuguri (1980–1982) und hat einen größeren Gesamtkomplex hervorgebracht, der neben Die Eroberung von MexicoDie Eroberung von Mexico (1987–1991) und dem »Versuch eines Theaters« SéraphinSéraphin (1. Zustand 1993/94, 2. Zustand 1996) laut Skizzen auch eine Missa Artaud[aut]Artaud, Antonin einschließen sollte. Mit dem Artaud[aut]Artaud, Antonin-Konvolut, für das Rihm außerdem auch Rimbaud-Texte berücksichtigte, verband sich der Plan eines das Körpertheater von Artaud[aut]Artaud, Antonin erfassenden und transformierenden Musiktheaters. Von Anfang an hat Rihm bei seiner Auseinandersetzung mit Artaud[aut]Artaud, Antonin mimische, pantomimische, gestische, choreographische und theatrale Aspekte vorgesehen, um dessen »Théâtre de la cruauté« nahezukommen. So finden sich schon in den Entwürfen immer wieder szenische Hinweise, die sich wie Regieanweisungen zu einem Theatertext lesen, der so vollkommen verkörpert werden soll, dass er sich in reiner Bewegung auflöst oder zum Schrei wird. In seinen drei großen Artaud[aut]Artaud, Antonin-Werken hat Rihm dies auf unterschiedliche Weise realisiert: erstens im weitgehend textfreien, asemantischen Ballett TutuguriTutuguri, in dem sich die Konzeption Artauds[aut]Artaud, Antonin im musikalischen Ritus und in der Bewegung verkörpert; zweitens in der an sich selbst erstickenden Figur des »schreienden Mannes« in Die Eroberung von Mexico;Die Eroberung von Mexico und drittens im absoluten Musiktheater SéraphinSéraphin, wo er den Text ganz in die musikalische Szene zurückgedrängt und schließlich in ihr zum Verschwinden gebracht hat, sodass der Regisseur die Szene gleichsam rein aus der Musik heraus erfinden muss.