Widmungs- und Gedenkstücke
摘要
Der Neuen Musik, insbesondere der seriellen und post-seriellen wird immer wieder ihre Menschenferne, ihre Eiseskälte vorgeworfen. Diese Unterstellung trifft jedoch weder auf Pierre Boulez[aut]Boulez, Pierre zu, dessen zahlreiche Gedächtnisstücke wie das Tombeau à la mémoire du Prince Max Egon zu Fürstenberg[aut]Max Egon zu Fürstenberg oder das Rituel in memoriam Bruno Maderna[aut]Maderna, Bruno eine zutiefst menschliche Seite erkennen lassen; noch viel weniger gilt sie für die Widmungs- und Gedenkstücke, die Wolfgang Rihm für seine Freunde Pierre Boulez[aut]Boulez, Pierre und Luigi Nono[aut]Nono, Luigi und in verehrender Erinnerung an Karl Amadeus Hartmann[aut]Hartmann, Karl Amadeus komponierte. Bei den beiden Gruß-MomentenGruß-Moment I und II (für Pierre Boulez) für Boulez[aut]Boulez, Pierre wie auch bei den fünf Gedenkstücken für Nono[aut]Nono, Luigi steht eine enge Freundschaft zwischen dem Komponisten und dem Widmungsträger im Hintergrund. So hat Boulez[aut]Boulez, Pierre einige der Werke Rihms maßgeblich aufgeführt, auch uraufgeführt, und Rihm ist Boulez[aut]Boulez, Pierre nach dessen Tod 2016 als Leiter des Kompositionsstudios bei den Luzerner Festspielen gefolgt. Und bemerkenswert an der Beziehung zwischen Rihm und Nono[aut]Nono, Luigi ist das nie nachlassende Interesse Nonos[aut]Nono, Luigi an den Partituren Rihms und die freundschaftlichen Begegnungen beider auf der Giudecca mit Spazierrundgängen besonderer Art, bei denen die Glockentöne von San Marco durch die Nebelschwaden herüberzogen. Aus dem Gedenkstück auf den Tod von Boulez[aut]Boulez, Pierre und aus den Memorials auf Nono[aut]Nono, Luigi spricht insbesondere die Sehnsucht des Komponisten Rihm, dass der einmal stattgefundene Dialog über den Tod hinaus weitergeführt werden möge. So gilt für diese Stücke auf Boulez[aut]Boulez, Pierre und Nono[aut]Nono, Luigi, dass mit jeder Aufführung, in der ihre klangliche Aura aufgerufen wird, zugleich auch sie selbst beim Namen gerufen werden – was Nono[aut]Nono, Luigi betrifft, mit dem Klangfeld um g, dem Tonbuchstaben, der mit dem Kosenamen »Gigi«[aut]Nono, Luigi (Luigi) assoziiert ist.