Umkämpfte Logistifizierung: Konflikte und Machtressourcen im Logistikcluster der Region Leipzig
摘要
In Logistikclustern, die weltweit an den Kreuzungen logistischer Routen entstehen, sind die Menschen als Arbeiter:innen und Anwohner:innen einerseits mit neuen Lebens- und Arbeitsbedingungen wie Umweltverschmutzung, Lärm oder Niedriglohnjobs konfrontiert. Andererseits können sie an den Choke Points, den Knotenpunkten logistischer Netzwerke, auf neue potenzielle Machtressourcen im Kampf gegen die Folgen der kapitalistischen Raumveränderung zurückgreifen. In der Region Leipzig, die derzeit einen ökonomischen Aufschwung als Logistikcluster erlebt, lässt sich dieser ambivalente Prozess nachzeichnen. Die Herausbildung des Logistikclusters produziert hier soziale Konflikte. In diesem Kapitel will ich ausgehend von einer Analyse von sozialen Konflikten in Bezug auf den Flughafen Leipzig-Halle (LEJ) untersuchen, welche Machtressourcen die Bevölkerung mobilisiert und mobilisieren kann, um ihre Interessen in dem Prozess der logistischen Restrukturierung durchzusetzen. Dabei wird deutlich, dass fehlende Organisierungsfähigkeit von Gewerkschaften und Anwohner:innenitiativen, die Spaltung der Betroffenen sowie die Beweglichkeit des Logistikkapitals, den Logistikunternehmen einen Vorteil bei der Durchsetzung ihrer Interessen in der Raumgestaltung ermöglichen.