Planung für alltägliche Geographien der Re/Produktion – Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit in suburbanen Wohngebieten
摘要
Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit wird auch durch räumliche Bedingungen und stadtplanerische Strategien beeinflusst. Insbesondere suburbane Wohnquartiere galten lange als „Emanzipationshindernis“ (Warhaftig 1985), die traditionelle Geschlechterbeziehungen voraussetzen und perpetuieren. Ausgehend von feministischer Kritik am Arbeitsbegriff und den räumlichen Bedingungen, unter denen Erwerbs- und Sorgearbeit stattfinden, stelle ich die Frage, ob heutige Planungen suburbaner Wohngebiete die feministische Stadt- und Planungskritik aufnehmen und von welchen Lebensmodellen und daraus resultierenden alltäglichen Geographien Planungsbeteiligte ausgehen. Es zeigt sich, dass viele Kritikpunkte heute umgesetzt werden, allerdings zumeist als Bestandteil anderer Leitbilder und als Zeichen eines stark an ökonomischer Aktivität orientierten Privatlebens. Damit werden viele wichtige Verbesserungen gegenüber früheren suburbanen Wohnquartieren erreicht. Dennoch bleibt die Planung auf einer oberflächlichen, größtenteils taktischen Ebene, die zwar das tägliche Leben von Menschen mit Sorgeverantwortung entlastet, aber kaum Kritik an strukturellen Arbeitsbedingungen oder an den ungleichen vergeschlechtlichten Belastungen durch Erwerbs- und Sorgearbeit äußert.