Der metabolische Riss in der sozialen Reproduktion: Räumliche Kämpfe um körperliche Unversehrtheit im portugiesischen und brasilianischen Hafensektor
摘要
Arbeiter:innen sind der Notwendigkeit ausgesetzt, sich durch Schlaf, Heilung, Nahrung, Kleidung und Weiteres zu reproduzieren. Andererseits müssen sie arbeiten und produzieren, um ihre soziale Reproduktion und die ihrer Angehörigen finanzieren zu können. Die räumlichen Kämpfe, wo und wie soziale Reproduktion ausgeübt wird oder werden kann, gleichen einem Tauziehen zwischen Arbeiter:innen auf der einen Seite und kapitalistischen Unternehmen und staatlichen Institutionen auf der anderen Seite. Während die Arbeiter:innenbewegung Reproduktionszeit und -räume verteidigt, versucht die Kapitalseite sie vollständig für die Akkumulation von Kapital zu vereinnahmen. In diesem Beitrag analysiere ich mithilfe des Konzeptes des Metabolismus der sozialen Reproduktion, wie Arbeitende sich für ausreichende Reproduktionsräume einsetzen, um die eigene körperliche Unversehrtheit zu schützen. Ich untersuche am Beispiel der Hafenarbeit in Brasilien und Portugal, auf der Grundlage von zwischen 2015 und 2019 geführten qualitativen Interviews mit Beschäftigten und Gewerkschaftsrepräsentant:innen, wie sich dieses Tauziehen um Reproduktionsraum auf die arbeitenden Körper der Kolleg:innen auswirkt und sich zum Teil in deren Arbeitskämpfen widerspiegelt.