In Anschluss an Kritiken am ausgeprägten Empirismus der Labour Geography plädiert der Beitrag für eine relationale Klassenperspektive und eine Betrachtung von Arbeiter:innen-Agency als sozialräumlich widersprüchliches Handeln. In diesem Sinne werden vier konzeptionelle Erweiterungen der Labour Geography entwickelt. Erstens: Arbeiter:innen sind nicht auf lokales Handeln zu reduzieren, sie sind vielmehr a priori als multiskalare Akteur:innen zu begreifen. Zweitens: der sträflich vernachlässigte kapitalistische Lohnarbeitsprozess muss wieder in die Labour Geography integriert werden. Drittens: soll Labour Geography über empiristische Success-Stories hinausgehen, müssen auch Ohnmacht, Niederlagen und restriktive Handlungsorientierungen in die Analyse aufgenommen werden. Viertens: die Labour Geography braucht einen Begriff von Lohnarbeit, der ihre sozial-ökologisch sinnhafte Dimension aufnimmt. Nur so lässt sich der Klassenwiderspruch qualitativ, das heißt als permanente Auseinandersetzung um Form und Inhalt von (Lohn‑)Arbeit begreifen.

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Klasse, Raum, Arbeit: Labour Geography, Arbeiter:innen-Agency und kapitalistische (Re- )Produktionsweise – ein programmatischer Aufschlag

  • Stefanie Hürtgen

摘要

In Anschluss an Kritiken am ausgeprägten Empirismus der Labour Geography plädiert der Beitrag für eine relationale Klassenperspektive und eine Betrachtung von Arbeiter:innen-Agency als sozialräumlich widersprüchliches Handeln. In diesem Sinne werden vier konzeptionelle Erweiterungen der Labour Geography entwickelt. Erstens: Arbeiter:innen sind nicht auf lokales Handeln zu reduzieren, sie sind vielmehr a priori als multiskalare Akteur:innen zu begreifen. Zweitens: der sträflich vernachlässigte kapitalistische Lohnarbeitsprozess muss wieder in die Labour Geography integriert werden. Drittens: soll Labour Geography über empiristische Success-Stories hinausgehen, müssen auch Ohnmacht, Niederlagen und restriktive Handlungsorientierungen in die Analyse aufgenommen werden. Viertens: die Labour Geography braucht einen Begriff von Lohnarbeit, der ihre sozial-ökologisch sinnhafte Dimension aufnimmt. Nur so lässt sich der Klassenwiderspruch qualitativ, das heißt als permanente Auseinandersetzung um Form und Inhalt von (Lohn‑)Arbeit begreifen.