In diesem Beitrag argumentiere ich, dass ein Forschungsprozess mit Arbeiter:innen notwendig ist, um ihre Lebensrealitäten und Alltagskämpfe zu fassen und in ihrem Sinne – aufbauend auf die Alltagskämpfe der Arbeiter:innen und ihre Handlungsmöglichkeiten vor Ort – angehen zu können. Doch wie kann ein Forschungsprojekt methodisch-empirisch konkret aussehen, das auf Partizipation und Kollaboration mit Arbeiter:innen aufbaut? Dies illustriere ich am Beispiel eines moderierten feministisch-partizipativen Aktionsforschungsprojekts mit kambodschanischen Arbeiter:innen aus der Bekleidungsindustrie. Arbeiter:innen werden hier in ihrer Diversität als Subjekte der Re/Produktion aufgefasst und als Schlüsselakteur:innen mit Handlungsmacht (pro‑)aktiv berücksichtigt. Ausgehend von ihren Erfahrungen und ihrem Wissen werden Lebensrealitäten und Alltagskämpfe von Arbeiter:innen gemeinsam untersucht und zusammen diskutiert, wie diese angegangen werden (könnten). In diesem Zusammenhang dient der Next-Node-Ansatz – ein Zusammenkommen von Arbeiter:innen entlang der Wertschöpfungskette am nächstliegenden Knotenpunkt – als methodisches Tool, um Realitäten und Kämpfe von Arbeiter:innen in komplexen Globalen Re/Produktionsnetzwerken wie der Bekleidungsindustrie systematisch aus einer Labour (Geography)-Perspektive zu untersuchen. Das Projekt zeigt, inwieweit eine (selbst‑)reflektierte und kritische Zusammenarbeit mit Arbeiter:innen möglich und notwendig ist, welche Herausforderungen und Grenzen deutlich werden, aber auch welche ansonsten unentdeckten Potenziale ans Licht kommen.

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Starting and Staying with Labour: Herausforderungen und Potenziale einer moderierten feministisch-partizipativen Aktionsforschung im Bekleidungssektor Kambodschas

  • Michaela Doutch

摘要

In diesem Beitrag argumentiere ich, dass ein Forschungsprozess mit Arbeiter:innen notwendig ist, um ihre Lebensrealitäten und Alltagskämpfe zu fassen und in ihrem Sinne – aufbauend auf die Alltagskämpfe der Arbeiter:innen und ihre Handlungsmöglichkeiten vor Ort – angehen zu können. Doch wie kann ein Forschungsprojekt methodisch-empirisch konkret aussehen, das auf Partizipation und Kollaboration mit Arbeiter:innen aufbaut? Dies illustriere ich am Beispiel eines moderierten feministisch-partizipativen Aktionsforschungsprojekts mit kambodschanischen Arbeiter:innen aus der Bekleidungsindustrie. Arbeiter:innen werden hier in ihrer Diversität als Subjekte der Re/Produktion aufgefasst und als Schlüsselakteur:innen mit Handlungsmacht (pro‑)aktiv berücksichtigt. Ausgehend von ihren Erfahrungen und ihrem Wissen werden Lebensrealitäten und Alltagskämpfe von Arbeiter:innen gemeinsam untersucht und zusammen diskutiert, wie diese angegangen werden (könnten). In diesem Zusammenhang dient der Next-Node-Ansatz – ein Zusammenkommen von Arbeiter:innen entlang der Wertschöpfungskette am nächstliegenden Knotenpunkt – als methodisches Tool, um Realitäten und Kämpfe von Arbeiter:innen in komplexen Globalen Re/Produktionsnetzwerken wie der Bekleidungsindustrie systematisch aus einer Labour (Geography)-Perspektive zu untersuchen. Das Projekt zeigt, inwieweit eine (selbst‑)reflektierte und kritische Zusammenarbeit mit Arbeiter:innen möglich und notwendig ist, welche Herausforderungen und Grenzen deutlich werden, aber auch welche ansonsten unentdeckten Potenziale ans Licht kommen.