Wertvolles Arbeiten – moralisches Wirtschaften? Möglichkeiten und Grenzen von transformativem Handeln
摘要
Sowohl in der Transformationsforschung als auch in der Labour Geography spielen konzeptionelle Überlegungen zur Verbindung von Arbeit, transformativem Handeln und moralischen Werten bislang eine untergeordnete Rolle. Dies ist verwunderlich, da universelle Werte wie Gerechtigkeit oder Solidarität oft herangezogen werden, um einer augenscheinlich „unmoralischen“ kapitalistischen Ökonomie eine Alternative gegenüberzustellen. Ausgehend von aktuellen Lesarten der Moralökonomie entwickeln wir das Konzept einer Moral Labour Geography, die dieser binären Lesart von „moralischen Alternativen“ versus „unmoralischen, kapitalistischen“ Ökonomien eine Sichtweise gegenüberstellt, welche die Ökonomie insgesamt als werteplurales Feld versteht. Dabei verwischen potentiell die Grenzen zwischen kapitalistischen Wirtschaftsformen und Gegenentwürfen und Akteure sind mit Wertekonflikten konfrontiert, die sie in ihrem transformativen Handeln beeinflussen. Basierend auf einer Studie von durch Arbeiter:innen geführten Unternehmen in Deutschland ergründen wir die Zusammenhänge zwischen wert-voller Arbeit und transformativem Handeln. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Handlungswirksamkeit von Arbeitenden (Labour Agency) und den potentiell transformativen Auswirkungen ihrer Handlungen und Entscheidungen auf die gegebenen Strukturen.