Versorgung älterer Personen im Krankenhaus in Zeiten der Pandemie
摘要
Bis April 2022 führte Covid-19 in Deutschland zu schätzungsweise 915.000 Krankenhauseinweisungen (Bonsignore et al. 2022). Besonders ältere Bevölkerungsgruppen wiesen bei dieser Erkrankung ein deutlich erhöhtes Risiko für schwerwiegende Verläufe auf. Die Krankenhaussterblichkeit von an Covid-19 erkrankten Personen ab 60 Jahren betrug im Jahr 2021 etwa 10 % und lag damit fünfmal höher als beim Durchschnitt aller Altersgruppen sowie dreimal höher als bei älteren Personen ohne Covid-19 (Brandt et al. 2024). Während der Pandemie waren Krankenhäuser nicht nur mit der Behandlung von an Covid-19 erkrankten Personen konfrontiert, sondern durch personelle Engpässe aufgrund eines hohen Krankenstandes zusätzlich belastet (Karagiannidis et al. 2021). Krankenhäuser waren angehalten, elektive Eingriffe und nicht lebensnotwendige Leistungen zu verschieben, um Ressourcen zu sparen und die Kapazitäten des Gesundheitspersonals zu maximieren (Panteli 2020). Darüber hinaus zeigten sich auch deutliche Rückgänge von nicht planbaren Krankenhausbehandlungen, wie beispielsweise aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (Thiele und Zeymer 2023; Busse und Nimptsch 2021). Dies wirft die Frage auf, inwieweit ältere Personen von einer veränderten Versorgung betroffen waren. Der vorliegende Beitrag betrachtet daher die Krankenhausversorgung älterer Personen während der Covid-19-Pandemie im Vergleich zu jüngeren Altersgruppen. Im Fokus stehen Veränderungen der Fallzahlen sowie der Krankenhaussterblichkeit für ausgewählte akute Behandlungsanlässe sowie Veränderungen in der Verteilung der häufigsten Behandlungsanlässe bei älteren Personen. Ziel des Beitrags ist, die Versorgungssituation älterer Personen in deutschen Krankenhäusern während der Pandemie zu beleuchten und vor dem Hintergrund internationaler Erfahrungen zu bewerten.