Im Rahmen von behördlichen Zulassungsverfahren auf Genehmigung von Drohnenflüge außerhalb der Sichtweite werden mit Blick auf deren Umweltverträglichkeit vor allem Geräuschemissionen und Abschattungen betrachtet. Zur Ermittlung der Geräuschemissionen wurde von der EASA ein Richtlinienvorschlag vorgelegt, der bei näherer Betrachtung in der Praxis eher schwierig umzusetzen ist. Die vorgeschlagene Messmethoden sind in der Praxis nur mit hohem Aufwand umsetzbar und die gewonnenen Ergebnisse schwer interpretierbar und klassifizierbar. Die gewonnenen Ergebnisse müssen darum als eher nicht praxisrelevant eingeschätzt werden. Als Alternative zur Verbesserung der Relevanz wird eine Permanentmessung an der Quelle, also am Fluggerät selbst, vorgeschlagen. Die Daten können so nicht nur einfacher erfasst, sondern gleichzeitig auch Wechselwirkungen mit Flugoperationen, Wetterbedingungen und beispielsweise Systemzuständen des Fluggerätes analysiert werden. Bei Messungen der Geräuschemissionen eines Flächenfliegers konnten die von der Drohne ausgehenden Geräusche nicht mehr von der allgemeinen Geräuschverschmutzung separiert werden. Angwendet wurde ein jetzt nicht mehr gültiges aber einfach umzusetzendes Messverfahren von Austro Control. Der Versuch fand auf einem Modellflugplatz in einer ländlichen Umgebung nördlich von Berlin statt. Die Störwirkung eines Schattenwurfs eines Fluggerätes auf die am Boden lebende Tierwelt, wurde bisher vor allem auf der Basis von Denkmodellen untersucht. Um realitätsnähere Ergebnisse zu erhalten, wird in der 3D-Software „Blender“ der Schattenwurf eines Flächenfliegers in einer idealen Umgebung simuliert. Bei der üblichen Flughöhe von über 100 m AGL konnte in der im realen Maßstab durchgeführtem Simulation keine Abschattung ermittelt werden. Die vorliegenden Untersuchungen lassen den Schluss zu, dass Geräuschemissionen und Abschattungen im Normalflug eines Flächenfliegers eher keine relevanten Störgrößen sind. Weitere Untersuchungen haben den Einfluss von Drohnenflügen auf Vögel am Boden und in der Luft zum Inhalt. Die Auswertung der bereits vorliegenden Untersuchungen hat ergeben, dass keines der angewendeten Flugmuster mit den Flugmustern in der medizinischen Logistik vergleichbar ist. Eine Schädigung der Vogelwelt ist nach der Einschätzung und den Erfahrungen von Drohnenpiloten bei einer vorausschauenden Flugplanung aber eher gering oder unwahrscheinlich. Bei der Analyse des Störpotenzials auf Vögel werden auch Erkenntnisse aus dem Training von Jagdfalken berücksichtigt.

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Einfluss von Drohnenflügen auf die Tierwelt

  • Holger Schulze

摘要

Im Rahmen von behördlichen Zulassungsverfahren auf Genehmigung von Drohnenflüge außerhalb der Sichtweite werden mit Blick auf deren Umweltverträglichkeit vor allem Geräuschemissionen und Abschattungen betrachtet. Zur Ermittlung der Geräuschemissionen wurde von der EASA ein Richtlinienvorschlag vorgelegt, der bei näherer Betrachtung in der Praxis eher schwierig umzusetzen ist. Die vorgeschlagene Messmethoden sind in der Praxis nur mit hohem Aufwand umsetzbar und die gewonnenen Ergebnisse schwer interpretierbar und klassifizierbar. Die gewonnenen Ergebnisse müssen darum als eher nicht praxisrelevant eingeschätzt werden. Als Alternative zur Verbesserung der Relevanz wird eine Permanentmessung an der Quelle, also am Fluggerät selbst, vorgeschlagen. Die Daten können so nicht nur einfacher erfasst, sondern gleichzeitig auch Wechselwirkungen mit Flugoperationen, Wetterbedingungen und beispielsweise Systemzuständen des Fluggerätes analysiert werden. Bei Messungen der Geräuschemissionen eines Flächenfliegers konnten die von der Drohne ausgehenden Geräusche nicht mehr von der allgemeinen Geräuschverschmutzung separiert werden. Angwendet wurde ein jetzt nicht mehr gültiges aber einfach umzusetzendes Messverfahren von Austro Control. Der Versuch fand auf einem Modellflugplatz in einer ländlichen Umgebung nördlich von Berlin statt. Die Störwirkung eines Schattenwurfs eines Fluggerätes auf die am Boden lebende Tierwelt, wurde bisher vor allem auf der Basis von Denkmodellen untersucht. Um realitätsnähere Ergebnisse zu erhalten, wird in der 3D-Software „Blender“ der Schattenwurf eines Flächenfliegers in einer idealen Umgebung simuliert. Bei der üblichen Flughöhe von über 100 m AGL konnte in der im realen Maßstab durchgeführtem Simulation keine Abschattung ermittelt werden. Die vorliegenden Untersuchungen lassen den Schluss zu, dass Geräuschemissionen und Abschattungen im Normalflug eines Flächenfliegers eher keine relevanten Störgrößen sind. Weitere Untersuchungen haben den Einfluss von Drohnenflügen auf Vögel am Boden und in der Luft zum Inhalt. Die Auswertung der bereits vorliegenden Untersuchungen hat ergeben, dass keines der angewendeten Flugmuster mit den Flugmustern in der medizinischen Logistik vergleichbar ist. Eine Schädigung der Vogelwelt ist nach der Einschätzung und den Erfahrungen von Drohnenpiloten bei einer vorausschauenden Flugplanung aber eher gering oder unwahrscheinlich. Bei der Analyse des Störpotenzials auf Vögel werden auch Erkenntnisse aus dem Training von Jagdfalken berücksichtigt.