Die Entwicklung innovativer unbemannter Flugsysteme hat sich gerade in den letzten fünf Jahren erheblich beschleunigt. Eine Beurteilung der einzelnen Entwicklungen entsprechend ihrer Bedeutung oder ihrem Einfluss auf die Umwelt ist aufgrund der Komplexität nur bedingt möglich. Auch wenn derzeit die Erhöhung der Sicherheit und die Zuverlässigkeit der Systeme priorisiert werden, gewinnen Entwicklungen mit Fokus auf den Umweltschutz zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um Anwendungen bei denen Drohnen eingesetzt werden, um Umweltgefahren zu erkennen oder zu beseitigen, auch sind beispielsweise die Entwicklung energieeffizientere Systeme und Luftfahrzeuge mit geringeren Geräuschemissionen Schwerpunkte in der Entwicklungsarbeit. Dabei kommen nicht nur Materialien und Antriebskonzepte auf den Prüfstand, auch sollen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Entscheidungsprozesse in der Flugvorbereitung und -durchführung optimiert werden. Ein gegenwärtig kontrovers diskutiertes Thema ist die Entwicklung und Implementierung sogenannter U-Spaces. Das U-Space-Konzept soll nach Willen des Gesetzgebers den Flugbetrieb vor allem von Drohnen im unteren bisher unkontrollierten Luftraum „Golf“ neu organisieren und damit die Sicherheit aller sich in diesem Luftraum bewegenden Luftfahrzeugen erhöhen. Für diese Luftverkehrskontrolle sollen private Betreiber lizensiert werden, die zur Finanzierung des Services Gebühren erheben sollen. Unabhängig der sich aus dieser Finanzierungsmethode ergebenden wirtschaftlichen Unwägbarkeiten, ist der vom Regulierer EASA geforderte Digitalisierungsgrad im U-Space enorm hoch. Bei Betrachtung der Komplexität ist darum zu befürchten, dass die Implementierung des angestrebte U-Space-Gesetzes allein schon an den noch zu entwickelnden komplexen Systemen scheitern könnte. Der U-Space-Provider benötigt für die Entwicklung eines Systems, die Lizenzierung und die Vorfinanzierung des laufenden Betriebs erhebliches Kapital. Das bedeutet, dass eine Übernahme des Services wahrscheinlich eher nur für Investoren oder Großkonzerne möglich sein wird. Die Gefahr einer Monopolisierung ist darum nicht zu unterschätzen. Zum Schutz der Umwelt könnte unabhängig der Betrachtung der Finanzierung und der Komplexität ein U-Space aber durchaus Sinn machen, wenn durch die damit aufgestellten Regeln der Umwelt- und Tierschutz jahreszeitlich und situationsbedingt flexibler durchgesetzt werden kann.

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Entwicklungsrichtungen bei Drohnen und deren Umwelteffekte

  • Holger Schulze

摘要

Die Entwicklung innovativer unbemannter Flugsysteme hat sich gerade in den letzten fünf Jahren erheblich beschleunigt. Eine Beurteilung der einzelnen Entwicklungen entsprechend ihrer Bedeutung oder ihrem Einfluss auf die Umwelt ist aufgrund der Komplexität nur bedingt möglich. Auch wenn derzeit die Erhöhung der Sicherheit und die Zuverlässigkeit der Systeme priorisiert werden, gewinnen Entwicklungen mit Fokus auf den Umweltschutz zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um Anwendungen bei denen Drohnen eingesetzt werden, um Umweltgefahren zu erkennen oder zu beseitigen, auch sind beispielsweise die Entwicklung energieeffizientere Systeme und Luftfahrzeuge mit geringeren Geräuschemissionen Schwerpunkte in der Entwicklungsarbeit. Dabei kommen nicht nur Materialien und Antriebskonzepte auf den Prüfstand, auch sollen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Entscheidungsprozesse in der Flugvorbereitung und -durchführung optimiert werden. Ein gegenwärtig kontrovers diskutiertes Thema ist die Entwicklung und Implementierung sogenannter U-Spaces. Das U-Space-Konzept soll nach Willen des Gesetzgebers den Flugbetrieb vor allem von Drohnen im unteren bisher unkontrollierten Luftraum „Golf“ neu organisieren und damit die Sicherheit aller sich in diesem Luftraum bewegenden Luftfahrzeugen erhöhen. Für diese Luftverkehrskontrolle sollen private Betreiber lizensiert werden, die zur Finanzierung des Services Gebühren erheben sollen. Unabhängig der sich aus dieser Finanzierungsmethode ergebenden wirtschaftlichen Unwägbarkeiten, ist der vom Regulierer EASA geforderte Digitalisierungsgrad im U-Space enorm hoch. Bei Betrachtung der Komplexität ist darum zu befürchten, dass die Implementierung des angestrebte U-Space-Gesetzes allein schon an den noch zu entwickelnden komplexen Systemen scheitern könnte. Der U-Space-Provider benötigt für die Entwicklung eines Systems, die Lizenzierung und die Vorfinanzierung des laufenden Betriebs erhebliches Kapital. Das bedeutet, dass eine Übernahme des Services wahrscheinlich eher nur für Investoren oder Großkonzerne möglich sein wird. Die Gefahr einer Monopolisierung ist darum nicht zu unterschätzen. Zum Schutz der Umwelt könnte unabhängig der Betrachtung der Finanzierung und der Komplexität ein U-Space aber durchaus Sinn machen, wenn durch die damit aufgestellten Regeln der Umwelt- und Tierschutz jahreszeitlich und situationsbedingt flexibler durchgesetzt werden kann.