Öffentliche Apotheken spielen bei der ambulanten onkologischen Versorgung in Deutschland eine zentrale Rolle. Einerseits gewährleisten spezialisierte inhabergeführte Apotheken (mit eigenem, zertifiziertem Sterillabor) die Versorgung von Tumorpatienten mit individuellen parenteralen Rezepturen. In diesem Kontext werden auch komplexe Plausibilisierungen und Prüfungen bezüglich der Gesamtmedikation durch Pharmazeuten übernommen. Gesetzliche Vorgaben, insbesondere die Apothekenbetriebsordnung, legen strenge Rahmenbedingungen für die Herstellung von Sterilrezepturen fest, um die Arzneimittelsicherheit zu gewährleisten. Zudem führen Anforderungen der Kostenträger zu externen Prozesseingriffen, die immer mehr personelle, finanzielle und zeitliche Ressourcen binden. Dies geht mit kontinuierlich sinkenden Margen einher. Bei der Abgabe oraler Tumortherapeutika können andererseits flächendeckend öffentliche Apotheken seit 2022 das niedrigschwellige Angebot „Pharmazeutische Betreuung bei oraler Antitumortherapie“ für ihre Kunden anbieten. Die eigenverantwortliche Zytoraliaeinnahme (ohne engmaschigen ärztlichen Kontakt) birgt Gefahren, die durch das pharmazeutisch begleitete Medikationsmanagement sowie spezifische und standardisierte Patientengespräche minimiert werden können. Sowohl bei der Versorgung mit parenteralen Tumortherapeutika als auch der Betreuung von Patienten mit oraler Tumortherapie ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit und enge Kooperation zwischen Apotheken und onkologischen Zentren bzw. Praxen Voraussetzung für eine optimale Therapie.

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Offizinapotheken

  • Nicole Brinkmann,
  • Michael Marxen,
  • Maren Porzelt

摘要

Öffentliche Apotheken spielen bei der ambulanten onkologischen Versorgung in Deutschland eine zentrale Rolle. Einerseits gewährleisten spezialisierte inhabergeführte Apotheken (mit eigenem, zertifiziertem Sterillabor) die Versorgung von Tumorpatienten mit individuellen parenteralen Rezepturen. In diesem Kontext werden auch komplexe Plausibilisierungen und Prüfungen bezüglich der Gesamtmedikation durch Pharmazeuten übernommen. Gesetzliche Vorgaben, insbesondere die Apothekenbetriebsordnung, legen strenge Rahmenbedingungen für die Herstellung von Sterilrezepturen fest, um die Arzneimittelsicherheit zu gewährleisten. Zudem führen Anforderungen der Kostenträger zu externen Prozesseingriffen, die immer mehr personelle, finanzielle und zeitliche Ressourcen binden. Dies geht mit kontinuierlich sinkenden Margen einher. Bei der Abgabe oraler Tumortherapeutika können andererseits flächendeckend öffentliche Apotheken seit 2022 das niedrigschwellige Angebot „Pharmazeutische Betreuung bei oraler Antitumortherapie“ für ihre Kunden anbieten. Die eigenverantwortliche Zytoraliaeinnahme (ohne engmaschigen ärztlichen Kontakt) birgt Gefahren, die durch das pharmazeutisch begleitete Medikationsmanagement sowie spezifische und standardisierte Patientengespräche minimiert werden können. Sowohl bei der Versorgung mit parenteralen Tumortherapeutika als auch der Betreuung von Patienten mit oraler Tumortherapie ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit und enge Kooperation zwischen Apotheken und onkologischen Zentren bzw. Praxen Voraussetzung für eine optimale Therapie.