Bern und Brüssel
摘要
Innerhalb kürzester Zeit stieg Schönlein zu einem angesehenen Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft Zürichs auf. Der wegen seiner zu progressiven politischen Einstellungen aus Bayern vertriebene Professor war nicht nur als ärztlicher Ratgeber bei den Honoratioren der Stadt gefragt, er unterhielt auch freundschaftliche Beziehungen zu zahlreichen politischen Entscheidungsträgern. So dauerte es dann auch nicht lange, bis Schönlein selbst zum Mitglied des kantonalen Gesundheitsrates gewählt wurde. Doch er war gerade einmal ein gutes Jahr in der Stadt tätig, da trafen schon neue Angebote ein, um ihn von dort wegzulocken. In Stadt und Kanton Bern wollten die Verantwortlichen nicht länger hinter Zürich zurückstehen und waren dabei, ihre eigene Hochschule zu gründen. Und was könnte zur Steigerung der eigenen Attraktivität mehr beitragen, als gleich zu Beginn einige hochkarätige Wissenschaftler von der großen eidgenössischen Konkurrentin abzuwerben?