Der erworbene Nystagmus ist eine komplexe Augenbewegungsstörung, die durch ihre jeweiligen charakteristischen Merkmale beschrieben werden kann. Hierzu zählen Schlagform, Schlagrichtung, die Frequenz und Amplitude, Veränderung unter anderen Fixationsbedingungen oder Blickrichtungen, vorliegende Dissoziation oder das Vorliegen assoziierter Okulomotorikstörungen und Provozierbarkeit durch bestimmte Untersuchungsbedingungen. Je nach Art des Nystagmus können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Unter anderem können zentrale Läsionen im Hirnstamm oder Kleinhirn, toxische Einflüsse, Innenohrerkrankungen, degenerative Prozesse oder eine periphere Schädigung von Nerven ursächlich sein. Betroffene Patientinnen beklagen unterschiedliche Beeinträchtigungen des Sehvermögens, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Hier kommt der Orthoptistin eine wichtige Rolle zu, da diskrete Nystagmusformen oft schwer zu erkennen sind und Patientinnen manchmal Symptome erst auf detailliertes Nachfragen berichten. Eine aufmerksame Anamneseerhebung und eine entsprechende sinnvolle Auswahl an geeigneten neuroorthoptischen Untersuchungen sind dann wichtig, um spezifische Störungen zu entdecken und/oder zu bestätigen. Die Behandlung konzentriert sich auf die zugrunde liegende Ursache. In einigen Fällen kann eine Änderung der Brillenverordnung, visuelle Strategien oder Medikamente zur Linderung der Symptome beitragen. Physiotherapie und vestibuläre Rehabilitation können ebenfalls hilfreich sein, um die Augenbewegung zu stabilisieren. Die genaue Beschreibung, Anamneseerhebung und Untersuchung pathologischer Nystagmusformen ermöglicht es, diese Nystagmusarten bestimmten anatomischen Strukturen zuzuordnen, die verschiedenen Formen zu differenzieren, die Vielzahl an möglichen Ursachen einzugrenzen und die Patientinnen entsprechenden Fachkolleginnen zur Weiterbehandlung oder Mitbehandlung zuzuweisen.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Erworbener Nystagmus

  • Claudia Frenzel

摘要

Der erworbene Nystagmus ist eine komplexe Augenbewegungsstörung, die durch ihre jeweiligen charakteristischen Merkmale beschrieben werden kann. Hierzu zählen Schlagform, Schlagrichtung, die Frequenz und Amplitude, Veränderung unter anderen Fixationsbedingungen oder Blickrichtungen, vorliegende Dissoziation oder das Vorliegen assoziierter Okulomotorikstörungen und Provozierbarkeit durch bestimmte Untersuchungsbedingungen. Je nach Art des Nystagmus können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Unter anderem können zentrale Läsionen im Hirnstamm oder Kleinhirn, toxische Einflüsse, Innenohrerkrankungen, degenerative Prozesse oder eine periphere Schädigung von Nerven ursächlich sein. Betroffene Patientinnen beklagen unterschiedliche Beeinträchtigungen des Sehvermögens, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Hier kommt der Orthoptistin eine wichtige Rolle zu, da diskrete Nystagmusformen oft schwer zu erkennen sind und Patientinnen manchmal Symptome erst auf detailliertes Nachfragen berichten. Eine aufmerksame Anamneseerhebung und eine entsprechende sinnvolle Auswahl an geeigneten neuroorthoptischen Untersuchungen sind dann wichtig, um spezifische Störungen zu entdecken und/oder zu bestätigen. Die Behandlung konzentriert sich auf die zugrunde liegende Ursache. In einigen Fällen kann eine Änderung der Brillenverordnung, visuelle Strategien oder Medikamente zur Linderung der Symptome beitragen. Physiotherapie und vestibuläre Rehabilitation können ebenfalls hilfreich sein, um die Augenbewegung zu stabilisieren. Die genaue Beschreibung, Anamneseerhebung und Untersuchung pathologischer Nystagmusformen ermöglicht es, diese Nystagmusarten bestimmten anatomischen Strukturen zuzuordnen, die verschiedenen Formen zu differenzieren, die Vielzahl an möglichen Ursachen einzugrenzen und die Patientinnen entsprechenden Fachkolleginnen zur Weiterbehandlung oder Mitbehandlung zuzuweisen.