Die Ära Richard Übelhör (1901–1977): Von der Urologischen Station zum ersten Lehrstuhl für Urologie
摘要
„Richard Übelhör, ein großer Vorkämpfer für die akademische Würde unseres Faches“, so betitelte Rudolf Hohenfellner (*1928) einen biografischen Aufsatz über seinen ehemaligen akademischen Lehrer (Hohenfellner 1999, S. 297–300). Gewürdigt wird Übelhör hier besonders als erster Lehrstuhlinhaber für Urologie in Österreich und zugleich als einer der ersten mit dieser akademischen Würde im deutschen Sprachraum (Moll und Krischel 2024, S. 910). Häufig nur mit einem Satz erwähnt wird, dass seine akademische Karriere in der Zeit des Nationalsozialismus bereits beendet schien (Hohenfellner 1999, S. 297; Zechner 2014, S. 51; Rummelhardt 1978, S. 225). 1938 wurde Übelhör seines Amtes als urologischer Primarius im Krankenhaus Lainz in Wien enthoben, ein Jahr später wurde ihm die Privatdozentur an der Universität Wien aberkannt. Das in der fachkulturellen Erinnerung der österreichischen Urologie und Medizin etablierte Narrativ zu Richard Übelhör zählt ihn deswegen zu den Verfolgten des NS-Regimes. Sein Name findet sich auch auf den Gedenktafeln am 2008 eingeweihten Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus vor dem Rektorat der Medizinischen Universität Wien (Abb. 11.1).