Das Spektrum der proktologischen Symptomatik ist begrenzt und wenig spezifisch. Dennoch lässt sich durch eine standardisiert erhobene Anamneseerhebung, die alle wichtigen Leitsymptome (Blutung, Schmerz, Pruritus, Stuhlentleerung) und Vorbehandlungen erfasst, in ihrer Kombination häufig schon eine Arbeitsdiagnose vermuten. Das Anamnesegespräch kann insbesondere hinsichtlich tabuisierter Fragestellungen durch einen vorab auszufüllenden Anamnesebogen erleichtert werden. Die Standarddiagnostik sollte, wenn immer möglich, die Inspektion bei guten Lichtverhältnissen, die Palpation sowie die Proktoskopie und starre Rektoskopie unter Berücksichtigung dynamischer Aspekte beinhalten. Die Lokalisationsbeschreibung der Befunde sollte sich einheitlich an der für den Patienten angenehmsten Untersuchungsposition in Steinschnittlagerung entsprechend dem Ziffernblatt einer Uhr orientieren. Die beiden wichtigsten weiteren diagnostischen Verfahren sind die Koloskopie (Früherkennung und Diagnostik von Tumoren, Polypektomie und Beurteilung entzündlicher Darmerkrankungen) und die Endosonografie (Detektion von Abszessen, Beurteilung von Sphinkterläsionen und distalen anorektalen Tumoren). Sie werden individuell ergänzend indiziert. Defäkografie und Kolontransitzeitbestimmung machen nur bei infrage kommender, therapeutischer Konsequenz Sinn. Manometrie und neurologische Diagnostik spielen im proktologischen Alltag keine für die Therapie entscheidende Rolle. Unentbehrlich ist die Schnittbilddiagnostik zum Tumorstaging, dagegen nur sehr selten erforderlich zur Beurteilung komplexer Fistelsysteme oder Abszesse.

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Anamnese, Symptomatologie und Diagnostik

  • Gerd Kolbert,
  • Michael Stoll

摘要

Das Spektrum der proktologischen Symptomatik ist begrenzt und wenig spezifisch. Dennoch lässt sich durch eine standardisiert erhobene Anamneseerhebung, die alle wichtigen Leitsymptome (Blutung, Schmerz, Pruritus, Stuhlentleerung) und Vorbehandlungen erfasst, in ihrer Kombination häufig schon eine Arbeitsdiagnose vermuten. Das Anamnesegespräch kann insbesondere hinsichtlich tabuisierter Fragestellungen durch einen vorab auszufüllenden Anamnesebogen erleichtert werden. Die Standarddiagnostik sollte, wenn immer möglich, die Inspektion bei guten Lichtverhältnissen, die Palpation sowie die Proktoskopie und starre Rektoskopie unter Berücksichtigung dynamischer Aspekte beinhalten. Die Lokalisationsbeschreibung der Befunde sollte sich einheitlich an der für den Patienten angenehmsten Untersuchungsposition in Steinschnittlagerung entsprechend dem Ziffernblatt einer Uhr orientieren. Die beiden wichtigsten weiteren diagnostischen Verfahren sind die Koloskopie (Früherkennung und Diagnostik von Tumoren, Polypektomie und Beurteilung entzündlicher Darmerkrankungen) und die Endosonografie (Detektion von Abszessen, Beurteilung von Sphinkterläsionen und distalen anorektalen Tumoren). Sie werden individuell ergänzend indiziert. Defäkografie und Kolontransitzeitbestimmung machen nur bei infrage kommender, therapeutischer Konsequenz Sinn. Manometrie und neurologische Diagnostik spielen im proktologischen Alltag keine für die Therapie entscheidende Rolle. Unentbehrlich ist die Schnittbilddiagnostik zum Tumorstaging, dagegen nur sehr selten erforderlich zur Beurteilung komplexer Fistelsysteme oder Abszesse.