Funktionelle Anatomie
摘要
Das anorektale Kontinenzorgan kann seiner komplexen Aufgabe nur beim Zusammenwirken all seiner Komponenten mit spezieller epithelialer Auskleidung, einem angiomuskulären Verschlussmechanismus und der nervalen Verflechtung aus Somatik, Sympathikus und Parasympathikus gerecht werden. Die Beeinträchtigung einzelner Komponenten des Systems kann funktionell zunächst meist kompensiert werden, Inkontinenzsymptome demaskieren sich oftmals erst nach einem größeren Zeitintervall bei Hinzutreten weiterer Schädigungen. Das hochsensible Anoderm und die Kryptenlinie sind für die Perzeption verantwortlich. Das Corpus cavernosum recti trägt als Schwellkörper zum Feinverschluss bei. Die Hauptlast der Kontinenz wird jedoch durch die autonom (M. sphincter ani internus) und willkürlich innervierte Muskulatur (M. sphincter ani externus und M. puborectalis) getragen. Zum Verständnis der Pathogenese und damit auch der Therapie der anorektalen Infektionen ist die Kenntnis der Lagebeziehung der Proktodäaldrüsen zu den perianorektalen Spalträumen eine zwingende Voraussetzung. Die komplexe somatische und autonome Innervation ist durch ihren besonderen Verlauf bei Belastungen des Beckenbodens (N. pudendus im Alcock-Kanal) und chirurgische Eingriffe gefährdet.