„gib Wort auff meine Lippen“. Andreas Gryphiusʼ Carolus Stuardus (1657/63) über rechtliche Normativität und die politische Klugheit in genderhistorischer Perspektive
摘要
In der 1663 erschienenen zweiten Fassung seines Trauerspiels Carolus Stuardus führt Gryphius mit Anne Fairfax eine neue Figur ein, die zwei grundlegende Aspekte politischen Handelns – den Aspekt seiner Rechtlichkeit und den Aspekt seiner Klugheit – kritisch aufeinander bezieht. Gibt es Situationen, in denen übergeordnete juridische Normen eine politische Klugheit rechtfertigen, so dass untergeordnete Normen gebrochen werden dürfen, ja sogar müssen? Damit eng verbunden ist die Frage, inwiefern Gryphius eine geschlechterspezifische politische Urteilskraft konzipiert, d. h. inwiefern er Anne Fairfax ihre Klugheit als Frau ausagieren lässt.