Figurationen des Amphibischen als poetologische Reflexionsinstanzen und kulturelle Archivare bei Ludwig Tieck (Das Donauweib, Der Wassermensch)
摘要
Der Beitrag untersucht an zwei Texten Ludwig Tiecks, dem Dramenfragment Das Donauweib und der Novelle Der Wassermensch, die sich wandelnde Funktion des Wassers von einer Figuration des Absoluten zur Allegorie des kulturellen Archivs. Auf Grundlage von Novalis und Henrich Steffens skizziert der Aufsatz dazu das romantische Konzept von Wasser als ökologischen ‚Urgrund‘ in einem – in typisch romantischer Diskursmischung – geognostischen, phänomenologischen, mystischen, poetologischen und generell naturphilosophischen Verständnis, bevor er Tiecks Dramenfragment als Umsetzung der Gefahren der romantischen Sehnsucht nach Absolutheitserfahrung liest. Die Novelle dagegen wird rekonstruiert als spätromantische Umbesetzung des Wassers vom Absoluten-Unbewussten hin zum kulturellen Archiv, das Kreation und Innovation überhaupt erst ermöglicht.