Zwischen Natur und Geschichte. Wasserlandschaften in François de Chateaubriands Itinéraire de Paris à Jérusalem
摘要
In Texten des Romantikers François de Chateaubriand werden Wasserlandschaften vielfältig funktionalisiert: Sie erscheinen als Medien der poetischen Imagination, bieten aber auch Anlässe zur Reflexion auf die ökologische Beschaffenheit der Naturräume, die sie durchströmen. Der vorliegende Aufsatz untersucht verschiedene Repräsentationen und Funktionalisierungen mediterraner Gewässer in Itinéraire de Paris à Jérusalem und kontrastiv auch in Génie du christianisme, in dem Chateaubriand anhand der nordamerikanischen Gewässer eine auf die Transzendierung der Natur abzielende Ästhetik entwickelt. Während der Reise durch den Mittelmeerraum zwingt die Realität der spärlichen Gewässer den Autor zu einer Revision dieser Wasserästhetik. Die Schreibpraxis des Reisenden verwandelt sich in eine Suchbewegung, die immer neue Anläufe nimmt, um der oft enttäuschenden Wirklichkeit einen Sinn zu unterstellen. Der Aufsatz folgt dieser Bewegung, indem er ausgewählte Wasserbeschreibungen Chateaubriands genau analysiert.