„Magnificent, yet most dreadful objects of nature“. Sir Walter Scotts gefährliche Küsten
摘要
Der historische Roman bildete lange Zeit den vorherrschenden Referenzrahmen für Lektüren von Sir Walter Scotts Romanwerk. Erst die jüngere Forschung wendet sich der handlungsbestimmenden Wirkung von Scotts schottischer Geographie zu, widmet sich allerdings überwiegend dem Gegensatz zwischen den ‚zivilisierten‘ Lowlands und den ‚wilden‘, zugleich aber auch ursprünglichen und gastlichen Highlands. Die Bedeutung der Küste als komplexer Alternativraum, zugleich Grenze und Kontaktzone, in einigen seiner Schottland-Romane wurde bisher weitgehend übersehen. Scott beschreibt die Küste als eine dynamische Szenerie, in der die ‚fluiden‘ Naturkräfte – die Gezeiten, der Wind, der Nebel, das Tosen von Sturm und Wellen, der instabile Sand – das Geschehen bestimmen und menschliche Handlungsmöglichkeiten und Absichten radikal durchkreuzen. Der vorliegende Beitrag untersucht diese Funktion der Küste anhand zweier Beispiele, Scotts The Antiquary (1816) und Redgauntlet (1824).