Musikwissenschaft
摘要
„J[ean]-J[acques] war für die Musik geboren“, schrieb Rousseau in seinen späten Dialogues (OC I, 872), wie schon zuvor in seinen Confessions, wo es heißt: „Ich muss für diese Kunst geboren sein.“ (OC I, 181). Dennoch hat es lange gedauert, bis ihn die Musikwissenschaft beim Wort nahm. Bis vor kurzem war es üblich, den Philosophen Rousseau auf Kosten des Musikers Rousseau zu ehren und letzteren allenfalls als Autor zu allgemeinen musikästhetischen Fragen zu rezipieren. „Armer Rousseau“ („Pauvre Rousseau“), bemerkte Hector Berlioz in seinen Mémoires (1991 [1865], 95–96), „der seiner Partitur des Devin du village ebenso viel Bedeutung beimaß wie den Meisterwerken der Sprachkunst, die seinen Namen unsterblich gemacht haben“. Das Urteil von François-Joseph Fétis in seiner Biographie universelle des musiciens (1835–1844) ist, wenn auch zurückhaltender ausgedrückt, nicht grundlegend anders: