Doux commerce
摘要
Die Theorie des „doux commerce“ ist eine ökonomische und politische Theorie des 18. Jahrhunderts, die besagt, dass der Handel zwischen Ländern nicht nur die Wirtschaft der beteiligten Staaten belebt und damit zu größerem Wohlstand führt, sondern durch die Verstärkung der gegenseitigen wirtschaftlichen Abhängigkeiten auch die politische Verständigung fördert, da die Regierungen gezwungen sind, die Gefahr eines Krieges zum gegenseitigen Vorteil zu vermeiden. Diese Theorie findet ihren Ausdruck beispielsweise in den Schriften von Castel de Saint-Pierre, der zwischen 1708 und 1712 aufbauend auf diesem Ansatz eine europäische Friedensordnung entwarf: das Projet pour rendre la paix perpétuelle en Europe (1713). Zu den Vorteilen seines Vorschlages gehörten nach Ansicht des Autors Sicherheit für die Herrscherhäuser, Gewährleistung der Integrität ihrer Territorien, Ausbau und Stärkung des internationalen Handels, wirtschaftlicher Aufschwung und damit auch eine Vergrößerung der staatlichen Einnahmen, Stärkung der Rechtstaatlichkeit (da diese vor allem in Kriegszeiten eingeschränkt werde), Fortschritte in den Künsten und Wissenschaften und nicht zuletzt einen größeren Wohlstand für alle.