Naturrechtsschule
摘要
Die enge Verflechtung der politischen Theorie Rousseaus mit der neuzeitlichen Naturrechtsschule, insbesondere mit dem schweizerischen Zweig, ist von Anfang an erkannt (u. a. Luzac 1766) und seither immer wieder diskutiert worden (vgl. Zurbuchen 1991; Wokler 1994; Rosenblatt 1997; Silvestrini 2010). Dabei stehen sich zum Teil diametral entgegengesetzte Interpretationen gegenüber (vgl. Radica 2008). Auf der einen Seite finden sich diejenigen, die im Anschluss an Charles E. Vaughan (1915) in Rousseaus Schriften eine konsequente Abkehr von der Naturrechtslehre sehen. Auf der anderen Seite wird – trotz aller Abgrenzungsversuche Rousseaus – seine Verbundenheit mit der Naturrechtstradition betont (u. a. Goyard-Fabre 1996). Gelegentlich wird Rousseau sogar als Hobbesianer bezeichnet (Tuck 2016). Nahezu unbestritten ist jedoch, dass er Schüler und Kritiker von Autoren wie Hugo Grotius, Samuel Pufendorf, John Locke, Jean Barbeyrac und Jean-Jacques Burlamaqui war (u. a. Zurbuchen 1991, 2004; Rosenblatt 1997; Silvestrini 2010).