Im Februar 1743 veröffentlichte der Pariser Verleger G. F. Quillaut die Dissertation sur la musique moderne. Es war das erste Buch von Jean-Jacques Rousseau, das, wie es nie wieder bei einem Werk Rousseaus vorkommen sollte, die offizielle Genehmigung am 6. November 1742 und das königliche Privileg am 7. Dezember 1742 erhielt. Rousseau hatte sich zwei Monate lang in seinem Zimmer eingeschlossen, „mit unbeschreiblicher Leidenschaft“ (ET I, 395). Er war in der Tat enttäuscht und verletzt von dem Misserfolg, der seine Ankunft in Paris begleitet hatte. Am 22. August des Vorjahres hatte er an der Académie Royale des Sciences seine neue Notationsmethode vorgestellt; und zwar den zu diesem Zweck ernannten Kommissaren, dem Mathematiker Dortous de Mairan, dem Chemiker Jean Hellot und dem Astronomen Jean-Paul de Fouchy, „alles Leute von sicherem Verdienst, von denen aber keiner die Musik verstand“ (ET, I, 393). In der Tat hatte er geglaubt, dass seine Erfindung eines neuen Notensystems, das einfacher und schneller zu erlernen und zu benutzen sei und die harmonische Struktur besser berücksichtigte als das bisherige, seinem Leben eine Wendung geben werde; dass er in Paris zu Ruhm und Reichtum gelangen könne; dass er Madame de Warens helfen werde, der er finanzielle und emotionale Unterstützung sowie eine intensive Beziehungen und sein bisheriges soziales Leben verdankte. Und nicht zuletzt hatte er erhoffte, dass er eine musikalische Ausbildung erhalten könne, die, wenn nicht regelmäßig, so doch in einem prominenten Umfeld anregend sein werde. Aber das „Projet concernant des nouveaux signes pour la musique“ – so der Titel eines der beiden überlieferten Manuskripte, das in den Œuvres posthumes von 1781 veröffentlicht wurde – wurde von den Kommissaren am 5. September als „weder neu noch nützlich“ eingestuft; Eigenschaften, die, wie sie sagten, für eine Anerkennung durch die Académie Royale des Sciences erforderlich waren („Extraits des Registres de lʼAcadémie des Sciences“ (1742); CC 45, I, 146–149). Daher der Eifer, mit dem Rousseau versuchte, eine populärere Version seines Manuskriptes für ein breiteres Publikum zu schreiben.

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Abhandlung über die moderne Musik/LaDissertation sur la musique moderne (1743)

  • Amalia Collisani

摘要

Im Februar 1743 veröffentlichte der Pariser Verleger G. F. Quillaut die Dissertation sur la musique moderne. Es war das erste Buch von Jean-Jacques Rousseau, das, wie es nie wieder bei einem Werk Rousseaus vorkommen sollte, die offizielle Genehmigung am 6. November 1742 und das königliche Privileg am 7. Dezember 1742 erhielt. Rousseau hatte sich zwei Monate lang in seinem Zimmer eingeschlossen, „mit unbeschreiblicher Leidenschaft“ (ET I, 395). Er war in der Tat enttäuscht und verletzt von dem Misserfolg, der seine Ankunft in Paris begleitet hatte. Am 22. August des Vorjahres hatte er an der Académie Royale des Sciences seine neue Notationsmethode vorgestellt; und zwar den zu diesem Zweck ernannten Kommissaren, dem Mathematiker Dortous de Mairan, dem Chemiker Jean Hellot und dem Astronomen Jean-Paul de Fouchy, „alles Leute von sicherem Verdienst, von denen aber keiner die Musik verstand“ (ET, I, 393). In der Tat hatte er geglaubt, dass seine Erfindung eines neuen Notensystems, das einfacher und schneller zu erlernen und zu benutzen sei und die harmonische Struktur besser berücksichtigte als das bisherige, seinem Leben eine Wendung geben werde; dass er in Paris zu Ruhm und Reichtum gelangen könne; dass er Madame de Warens helfen werde, der er finanzielle und emotionale Unterstützung sowie eine intensive Beziehungen und sein bisheriges soziales Leben verdankte. Und nicht zuletzt hatte er erhoffte, dass er eine musikalische Ausbildung erhalten könne, die, wenn nicht regelmäßig, so doch in einem prominenten Umfeld anregend sein werde. Aber das „Projet concernant des nouveaux signes pour la musique“ – so der Titel eines der beiden überlieferten Manuskripte, das in den Œuvres posthumes von 1781 veröffentlicht wurde – wurde von den Kommissaren am 5. September als „weder neu noch nützlich“ eingestuft; Eigenschaften, die, wie sie sagten, für eine Anerkennung durch die Académie Royale des Sciences erforderlich waren („Extraits des Registres de lʼAcadémie des Sciences“ (1742); CC 45, I, 146–149). Daher der Eifer, mit dem Rousseau versuchte, eine populärere Version seines Manuskriptes für ein breiteres Publikum zu schreiben.