Französisches Sprechtheater, spanisches Bühnenspektakel? Eine Revision länderspezifischer Präsenzeffekte magischer Erscheinungen auf der frühneuzeitlichen Theaterbühne
摘要
Dem vormodernen Denken gemäß bringen magische Akte wie Mensch-Tier-Verwandlungen und Geisterbeschwörungen virtuelle Realitäten hervor. Deren Transposition auf die frühneuzeitlichen Bühnen birgt für die Theaterschaffenden einige Herausforderungen. Die von ihnen verwendeten Präsenzeffekte reichen von rein rhetorischen über darstellerische bis zu artifiziell-technisch gestützten Methoden. Während die Forschung der französischen Theaterkultur insbesondere sprachliche und der spanischen tendenziell eher visuelle Verfahren zuordnet, zeigt der Beitrag am Beispiel ausgewählter Medea- und Circe-Stücke auf, dass das Repertoire zur Vergegenwärtigung der Magie dieser beiden antiken Protagonistinnen im 17. Jahrhundert vielmehr eine transkulturelle Nutzung erfährt und die Wahl der Mittel vor allem Gattungskonventionen folgt.