Mit Literatur ins Gespräch kommen ‚können‘
摘要
Vor dem Hintergrund des sogenannten ‚PISA-Schocks‘ skizziert der vorliegende Beitrag die z. T. kontroversen Reaktionen auf die seit dem Jahr 2000 bestehende Aufgabe, ästhetisches Verstehen anhand von Kompetenzzielen zu formalisieren. Dabei wird deutlich, dass die bisher erarbeiteten Modelle vorrangig auf die inhaltliche Durchdringung von Literatur abzielen und Unbestimmtheitserfahrungen, die auf der Hermetik von ästhetischen Werken beruhen, nicht einfangen können. In Anbetracht der Herausforderungen literarischer Rezeptionsprozesse, die auch mit Momenten des Nichtverstehens einhergehen können, werden sodann ausgehend von den Forschungsbeiträgen zum Literarischen Unterrichtsgespräch (Heidelberger Modell) Kompetenzen formuliert, die darauf abzielen, Schüler*innen darin anzuleiten, mit Literatur ins Gespräch zu kommen. Nur so scheint es möglich, den Forderungen der KMK gerecht zu werden und Literatur auch in schulischen Lernszenarien als ästhetisches Medium wahrzunehmen.